Heftige Unfälle überschatten IndyCar-Qualifying

Takuma Sato knüpfte an seine Leistung aus Indianapolis an


Gleich drei heftige Unfälle überschatteten den Samstag bei der IndyCar-Serie auf dem Pocono Raceway: Mit Helio Castroneves (Penske-Chevrolet), Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) und Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet) hatten ausgerechnet drei äußerst erfahrene Fahrer heftige Unfälle zu verdauen. Castroneves und Hunter-Reay sorgten für Unterbrechungen des Qualifyings, Carpenter konnte an diesem gar nicht erst teilnehmen, da er bereits im Freien Training zuvor in der Mauer landete.

Während Carpenter und Castroneves unverletzt blieben, ist Hunter-Reay ins Lehigh Valley Hospital - Cedar Crest in Allentown eingeliefert worden, wo er weiteren Untersuchungen unterzogen wird. Alle drei werden im Rennen am Sonntag (20:40 Uhr MESZ) von ganz hinten starten müssen. Carpenter hat zumindest noch die Chance, das 2. Freie Training um 23 Uhr MESZ zur Rennvorbereitung wahrzunehmen, sollte seine Crew das Fahrzeug bis dahin repariert bekommen. In Castroneves' Fall wird das kaum möglich sein, bei Hunter-Reay, der im 1. Freien Training die Bestzeit fuhr, erübrigt sich die Frage ohnehin.

Dieser Ereignisse ungeachtet ließ Takuma Sato (Andretti-Honda) Worten Taten folgen: Der Japaner, der vor dem Rennen angekündigt hatte, den Titelkampf noch nicht aufgegeben zu haben, holte sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit über zwei Runden von 219,639 Meilen pro Stunde (353,475 km/h) die Pole-Position. Der Sieger des Indianapolis 500 2017 ging als allerletzter Fahrer auf die Strecke, direkt nachdem Teamkollege Hunter-Reay abgeflogen war. Er behielt die Nerven und entthronte den bis dahin führenden Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet; 219,395 mph).

"Ich habe mir schon Sorgen um Ryan gemacht", erzählt Sato bei der Pole-Zeremonie. "Aber schon auf der Aufwärmrunde hatte ich ein gutes Gefühl. Ich konnte es kaum glauben. Die Ingenieure haben hier einen unglaublichen Job gemacht. Was für ein tolles Ergebnis für Andretti Autosport!" Auf seiner ersten Runde knackte er sogar die 220mph-Marke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 220,045 mph (354,128 km/h).

Pagenaud wird neben ihm in der ersten Reihe Platz nehmen. Der amtierende Meister schickte damit eine Kampfansage an seine unmittelbaren Kontrahenten im Titelkampf, für die es gar nicht gut lief: Scott Dixon (Ganassi-Honda) startet nur von Position neun, Tabellenführer Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) gar nur von Rang 14. Und Castroneves muss nach dem Crash ganz ans Ende des Feldes. Lediglich Will Power (Penske-Chevrolet), der in der Meisterschaft hinter Pagenaud liegt, gelang mit Startplatz fünf ein einigermaßen gutes Ergebnis. Vor ihm landeten die beiden Ganassi-Piloten Charlie Kimball und Tony Kanaan auf den Plätzen drei und vier.

Beachtenswert ist der achte Platz von Gabby Chaves (Harding-Chevrolet) bei seinem dritten Gastauftritt des Jahres. Der 24-jährige Kolumbianer war damit drittbester Chevrolet-Pilot. Er wird eingerahmt von den Honda-Piloten Alexander Rossi (Andretti/Herta) und Graham Rahal (RLL) auf den Plätzen sechs und sieben sowie von Dixon und Max Chilton (Ganassi) hinter ihm. Die gute Nachricht für die Verunfallten und auch für Newgarden: Das Qualifying ist für das 500-Meilen am Sonntag eher von sekundärer Bedeutung.

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