IndyCar Birmingham 2018: Regenchaos sorgt für Verschiebung

Schlag ins Wasser: Das IndyCar-Rennen bestand effektiv nur aus elf Runden


Das Wetter hat den Grand Prix von Alabama am Sonntag undurchführbar gemacht. Die Rennleitung entschied sich, das Rennen nach 22 absolvierten Runden am Montag um 10:30 Uhr Ortszeit (17:30 Uhr MESZ) fortführen zu lassen. Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) übernachtet damit als Spitzenreiter nach effektiv nur elf gefahrenen Runden vor Sebastien Bourdais (Coyne-Honda) und Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda).

Der erste Teil des Rennens lässt sich jedoch kaum als solches bezeichnen. Die Rennleitung hatte den Start extra schon um eine halbe Stunde wegen der Wettervorhersage vorgezogen. Es half nichts, weil der Regen pünktlich eintraf. Die Top 10 komplettierten beim Abbruch Alexander Rossi (Andretti-Honda), James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda), Zach Veach (Andretti-Honda), Robert Wickens (Schmidt-Peterson-Honda), Takuma Sato (RLL-Honda) und die beiden Ganassi-Piloten Scott Dixon und Ed Jones.

Elf Runden unter grün nach dem Restart entschieden weitestgehend die Positionen, von einigen Ausrutschern und technischen Problemen sowie Boxenstopps unter gelb abgesehen. Newgarden hatte alles unter Kontrolle und wurde bis zur Gelbphase von seinem Teamkollegen Will Power verfolgt, der ihn aber nie attackieren konnte.

Power aquaplant ins Aus

Power wurde dann Opfer einer fragwürdigen Entscheidung: Nach fünf Runden unter Gelb entschied sich die Rennleitung, das Rennen wieder freizugeben. Ein Entschluss, gegen den viele Fahrer am Funk protestierten. Newgarden flog auf gerader Strecke beinahe ab, konnte das Auto mit mehr Glück als Verstand aber gerade noch abfangen. Power hatte weniger Glück: Ein paar Pfützen später schnippte es seinen Chevrolet herum und er schlug in die Boxenmauer ein. Großes Glück hatte Hunter-Reay, der Power nur knapp verfehlte.

Power ist bedient: "Ich konnte gar nichts sehen und dann hat es aquaplant. Ich hatte keine Kontrolle. Ich kann es nicht fassen, dass sie unter diesen Bedingungen grün gegeben haben. Viel zu gefährlich. Ich konnte die Hände vor Augen nicht mehr sehen. Ich weiß auch nicht, was man in so einer Situation hätte richtig machen sollen. Geht man vom Gas, wird man vom Hintermann abgeräumt. Bleibt man auf dem Gas, fliegt man ab." Beide Probleme - das Aquaplaning wie auch die Sicht - wurden von nahezu allen Fahrern bestätigt. "Das war kein Fahrfehler", findet auch Etappensieger Newgarden.

Nach dem Unfall wurde das Rennen für 40 Minuten unterbrochen, danach gab es nochmal zwei Runden unter Gelb. Aufgrund der Beschwerden der Fahrer und einem Dreher von Graham Rahal (RLL-Honda) unter Gelb kam wieder Rot raus. Das Problem waren die Geraden: Die Zielgerade war überflutet, die Gerade von der Spitzkehre in die Schikane ebenfalls und die Gegengerade genauso.

Das Problem: Es gab nicht genug Einsatzfahrzeuge, um alle Geraden gleichzeitig von den Wassermassen zu befreien. Dazu waren es auch nur Putzmaschinen und keine Jet Dryer. Hatte man eine Gerade fahrbar, waren die anderen wieder überflutet. Nach weiteren 80 Minuten Unterbrechung entschloss sich die Rennleitung zur Verschiebung. Viele Zuschauer waren bis zuletzt geblieben, mussten aber ohne Show nach Hause gehen.

Eine schlechte Nachricht war der Abbruch für alle, die sich entschlossen hatten, in der Gelbphase zu stoppen. Das betraf unter anderem Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet), der dadurch aus den Top 10 auf Rang 15 zurückfiel. Ebenfalls gekniffen waren Marco Andretti (Andretti-Herta-Honda), der sich aber zuvor schon gedreht hatte, Zachary Claman de Melo (Andretti-Honda), Max Chilton (Carlin-Chevrolet), Rene Binder (Juncos-Chevrolet) und Matheus Leist (Foyt-Chevrolet). Dennoch übernachtet Binder auf einem guten 17. Rang.

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