IndyCar Birmingham 2018: Newgarden hauchdünn zur Pole

Josef Newgarden entschied das Tausendstel-Duell für sich


Der Meister meldet seine Ansprüche an: Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) hat im Qualifying der Barber Motorsports Park seine erste Pole-Position der IndyCar-Saison 2018 geholt. Der Sieger des Phoenix-Rennens schlug seinen Teamkollegen Will Power um die Winzigkeit von 13 Tausendstelsekunden. Penske besetzt damit die erste Startreihe für das Rennen am Sonntag (21:35 Uhr MESZ). Dann allerdings ist Regen vorhergesagt, was alles auf den Kopf stellen wird.

Kaum zu glauben, doch für Newgarden, der in Birmingham bereits zweimal gewonnen hat, ist es die erste Pole-Position beim Grand Prix von Alabama. "Ich dachte erst, es wäre nicht genug", sagt er. "Will hatte einen kleinen Vorteil, weil er nur eine Aufwärmrunde auf seinem Reifensatz in Q2 hatte, aber meine Reifen haben wirklich gut gehalten. Das war der erste Teil des Wochenendes, ab jetzt konzentrieren wir uns auf morgen."

Power, der am Vormittag noch die Bestzeit im dritten Freien Training geholt hatte, konnte keinen wirklichen Fehler auf der Runde ausmachen. "Aber wenn es so eng ist, gibt es immer eine Mini-Sache, die man hätte anders machen können", findet der Australier, der ebenfalls zweimal in Birmingham siegreich war, zuletzt allerdings schon vor sechs Jahren. Doch auch er ist mit den Gedanken bereits ganz beim Sonntag, der eine echte Lotterie werden könnte: "Mal schauen, ich habe dieses Auto noch nie im Nassen gefahren. Aber es ist für alle gleich. Hoffentlich wird der Regen nicht allzu stark."

Hinter den beiden Penske-Assen startet Sebastien Bourdais (Coyne-Honda) von Rang drei. Der Auftaktsieger fuhr eine antizyklische Strategie und markierte seine schnelle Runde, als alle anderen an der Box standen. "Ich dachte schon, ich hätte es, aber dann sind die beiden Penske-Jungs noch schneller gefahren", so der frühere Formel-1-Pilot. "Wir haben alles versucht, aber es hat nicht ganz gereicht. Trotzdem freut es mich sehr für das Team, ich bin sehr zufrieden. Es ist eine große Leistung von uns, es mit Penske aufzunehmen."

Honda-Übergewicht in den Top 10

Ebenfalls in die "Fast Six" kamen Ryan Huter-Reay (Andretti-Honda), James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda) und Scott Dixon (Ganassi-Honda), die in dieser Reihenfolge von den Plätzen vier bis sechs starten. Knapp am Einzug ins Q3 scheiterte Marco Andretti (Andretti-Herta-Honda), der von der siebten Position aus ins Rennen gehen wird.

Tabellenführer Alexander Rossi (Andretti-Honda) blieb ebenfalls in Q2 hängen. Zwar markierte er zu Beginn der "Fast Twelve"-Session die Bestzeit, hatte damit das Pulver seiner weichen Reifen aber zu früh verschossen, während die Konkurrenz noch einen Satz frische Weiche übrig hatte. Er startet von Platz acht ins Rennen. "Wir lagen schon das ganze Wochenende außerhalb der Top 6. Es war einfach nicht genug im Auto drin", konstatiert er. Für ihn ist der angekündigte Regen also eine gute Nachricht.

Nur drei Chevrolets schafften es unter die Top 10; als Drittem neben den beiden Penske-Stars gelang überraschend Gabby Chavey (Harding-Chevrolet) der Sprung auf Platz zehn. Die Chevy-Piloten fürchten bereits den Honda-Motor im Nassen, dem eine bessere Leistung und Fahrbarkeit im unteren bis mittleren Drehzahlbereich nachgesagt wird. "Heute war die Fahrbarkeit unseres Chevrolet-Motors wirklich vorzüglich, aber jetzt brauchen wir sie auch im Regen", bleibt Newgarden vorsichtig.

Den einzigen größeren Zwischenfall des Qualifyings lieferte ausgerechnet Routinier Tony Kanaan (Foyt-Chevrolet), der einen Rookie-Fehler machte und sich ausgangs der Boxengasse auf kalten Reifen rausdrehte. Das half Rene Binder (Juncos-Chevrolet), der damit an beiden Foyt-Chevys vorbeiziehen konnte und von Platz 21 in das Rennen startet. Bemerkenswert ist auch das Aus beider RLL-Honda in Q1. Graham Rahal und Takuma Sato kamen nicht über die Plätze 15 und 18 hinaus.

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