Industrieberater werben für Nachhaltigkeit und Regionalisierung

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Jahrzehntelang galt Kostensenkung in der Industrie als ein Königsweg zu höheren Gewinnmargen - jetzt sehen Unternehmensberater den Beginn einer Zeitenwende: Nachhaltigkeit und Regionalisierung gehörten zu den Megatrends, die die Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion neu definierten, teilte die Beratungsfirma Roland Berger in München mit. Für ihre Studie "Next Generation Manufacturing" hatte sie 200 Führungskräfte aus zehn Schlüsselbranchen weltweit befragt.

"Der Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit in der verarbeitenden Industrie wandelt sich von einer hauptsächlich kostenorientierten zu einer holistischen Sichtweise, bei der auch CO2-Emissionen, politische Risiken oder die gestiegene Komplexität von Lieferketten eine viel größere Rolle spielen", sagte Marcus Berret, Global-Managing-Director bei Roland Berger.

Zwei von drei Führungskräften aus der Industrie sähen die Produktion unter starkem Kosten- und Effizienzdruck. Mehr als die Hälfte würde die eigene Fertigung im eigenen Haus am liebsten aufgeben. "Die Unternehmen möchten zwar den Fokus auf Vertrieb und Marketing legen und die eigentliche Montage auslagern", aber "das Outsourcing der Produktion kann Unternehmen sogar eher schaden", sagte Oliver Knapp, Partner bei Roland Berger. "Eine Neugestaltung der Produktion unter Berücksichtigung von Megatrends wie Nachhaltigkeit, Regionalisierung oder Individualisierung hingegen schafft Wettbewerbsvorteile."

Viele Unternehmen fragten sich inzwischen, ob der Preis niedrigerer Lohn- und Produktionskosten nicht zu hoch sei, heißt es in der Studie mit Hinweis auf die Konzentration der Halbleiter-Produktion in Asien, gestörte Transportketten, Kinderarbeit, Protektionismus oder politische Risiken. Produktionsstätten würden näher an Heimatmärkte verlagert, weil Lieferketten anfällig seien oder weil Konsumenten mehr Wert auf regionale Produkte legten.

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