Indonesiens Präsident will Drogenhändler notfalls erschießen lassen

Widodo mit Barack Obama

Der indonesische Präsident Joko Widodo hat die Polizei zu einem kompromisslosen Vorgehen im Anti-Drogen-Kampf aufgerufen. "Seid unnachgiebig, besonders bei ausländischen Drogenhändlern, die in unser Land kommen. Sobald sie den geringsten Widerstand leiten, erschießt sie einfach", sagte Widodo am Freitagabend in einer Rede.

Menschenrechtsaktivisten verurteilten den Aufruf des Präsidenten. Die Erklärung könne als Aufruf zu illegaler Polizeigewalt missverstanden werden, sagte Andreas Harsono von der Organisation Human Rights Watch. Er rief die Beamten auf, sich an geltendes Recht zu halten. Erst in der vergangenen Woche hatten Polizisten einen mutmaßlichen Drogenhändler aus Taiwan erschossen, als dieser fliehen wollte.

Nach Angaben der indonesischen Behörden gibt es sechs Millionen Drogenkonsumenten in Indonesien, der Präsident spricht von einem "Drogennotstand". Widodos Aufruf erinnert an die martialischen Parolen seines philippinischen Kollegen Rodrigo Duterte, dem im Zusammenhang mit seinem Anti-Drogen-Kampf massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. 2700 Menschen wurden seit Dutertes Amtsantritt vor rund einem Jahr von der Polizei getötet, weitere 1800 Menschen von Unbekannten erschossen. Duterte billigt im Kampf gegen Drogenhändler ausdrücklich auch Selbstjustiz.

Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Auf den Handel mit Rauschgift steht die Todesstrafe. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden in dem muslimischen Land wegen Drogenvergehen mindestens 18 Menschen hingerichtet, unter ihnen mehrere Ausländer.