Indonesien: Angehörige lassen Tote regelmäßig "auferstehen"

Panagiotis Tsoukatos
* Alle drei Jahre werden in einem Dorf in Indonesien Verstorbene aus den Sargen geholt
  • Alle drei Jahre werden in einem Dorf in Indonesien Verstorbene aus den Särgen geholt
  • Nachdem ihnen liebevoll neue Kleider angezogen wurden, werden sie durch die Straßen geführt
  • Im Video oben seht ihr Aufnahmen des Rituals

Eines der wichtigsten Ereignisse im Leben der Toraja, eines Bergvolk aus Indonesien, ist die Beerdigung. Die meisten sparen ihr ganzes Leben, damit sie sich ein anständiges Begräbnis für sich selbst oder Familienmitglieder leisten können.

Nach dem Glauben des indonesischen Volkes muss bei der Beerdigung die ganze Familie anwesend sein. Zwischen dem Zeitpunkt des Todes und der Beerdigung können schon mal Wochen oder gar Monate vergehen. Während dieser Zeit wird der Körper des Verstorbenen auch weiterhin so behandelt, als sei er noch am Leben.

Den Leichen bekommen auch zu Essen 

Die Leiche wird regelmäßig gereinigt, neu eingekleidet – und sogar Essen bekommt sie. Das geschieht solange, bis die aufwendige Beerdigung schließlich stattfindet.

Damit endet jedoch der Totenkult der Toraja nicht – denn der aus europäischer Sicht wohl skurrilste Teil folgt noch. Das Magazin “National Geographic” hat sich ausgiebig mit dem Kult beschäftigt.

Leichen alle drei Jahre exhuminiert

► Alle drei Jahre werden die Leichen der Verwandten exhumiert.

Die Toten wieder auferstehen zu lassen, ist ein eine Tradition der Toraja.  Dieses Ritual nennt sich “Ma’nene”, was soviel heißt wie die “Reinigung der Toten”. Es dauert drei Tage und läuft jedes Mal nach dem gleichen Muster ab.

Wie der Name des Rituals schon preisgibt, werden die Leichen zunächst gesäubert und dann neu eingekleidet. Anschließend tragen Angehörige die Verstorbenen durch das Dorf, ehe sie wieder zurück in die Särge gelegt werden. Auch die Särge werden im Zuge dieser ungewöhnlichen Tradition gepflegt.

Durch dieses Ritual sollen die Lebenden vor bösen Geistern beschützt werden. Zudem gilt diese Tradition als Zeichen der Nächstenliebe.

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