Indischer Nobelpreisträger Satyarthi startet Marsch für missbrauchte Kinder

Nobelpreisträger Satyarthi engagiert sich für Kinder

Mit einem Marsch durch ganz Indien will der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi auf das Schicksal sexuell missbrauchter Kinder aufmerksam machen. Zusammen mit zahlreichen Mitstreitern begann Satyarthi seinen "India March" am Montag in Kanyakumari an der Südspitze des Subkontinents. Der Marsch soll durch 29 Bundesstaaten führen und am 16. Oktober nach 11.000 Kilometern in der Hauptstadt Neu Delhi im Norden des Landes enden.

Der Protest richtet sich gegen den sexuellen Missbrauch Minderjähriger und gegen Kinderhandel. "Wenn unsere Kinder in Indien nicht sicher sind, wenn unsere Kinder in Schulen nicht sicher sind, dann müssen wir das ändern", sagte der 63-Jährige dem Fernsehsender NDTV. Satyarthi hatte 2014 für sein Engagement für Kinder den Friedensnobelpreis erhalten.

In Indien waren im vergangenen Jahr nach Regierungsangaben mehr als 9000 Kinder Opfer von Menschenhändlern, das waren fast 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Kriminalstatistik waren im Jahr 2015 rund 14.000 Kinder Opfer von Vergewaltigung und sexueller Belästigung. Experten gehen aber von einer viel höheren Dunkelziffer aus und werfen der Regierung vor, das Problem zu unterschätzen.

In der indischen Gesellschaft sind Themen wie sexueller Missbrauch weitgehend tabu. In den vergangenen Jahren hatten aber mehrere schwere Vergewaltigungsfälle Aufsehen erregt und auch Proteste ausgelöst.