Indirekt am E-Auto-Boom profitieren?! Mit dieser Aktie kein Problem

Ein Carsharing-Elektroauto tankt Strom an einer Ladesäule
Ein Carsharing-Elektroauto tankt Strom an einer Ladesäule

Dass Elektroautos ein Wachstumsmarkt sind, dürfte allseits bekannt sein. Schon in den letzten Jahren stieg der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen stetig und betrug 2022 in Deutschland rund 13 %. Da in der EU ab 2035 keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden dürfen, wir dieser Anteil weiter steigen. Doch wie profitiert man als Aktionär am besten von diesem Trend? Eine interessante Möglichkeit ist die Aktie von Wolfspeed (WKN: A3C4QG).

Vorstellung des Unternehmens

Wolfspeed ist ein Chiphersteller und nach eigenen Angaben führend im Bereich der Siliziumkarbidchips. Diese speziellen Halbleiter verarbeiten Strom effizienter und helfen somit, zum Beispiel die Reichweite von Elektroautos zu verlängern oder diese Autos schneller aufzuladen.

Das US-Unternehmen hat Partnerschaften mit Autokonzernen wie General Motors, Jaguar Land Rover und Mercedes sowie diversen Automobilzulieferern abgeschlossen und generiert bereits stark steigende Umsätze. Im letzten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 42 %, im letzten Quartal um 25 %.

Die Umsätze kommen überwiegend aus dem Bereich der E-Mobilität, aber auch in den Bereichen erneuerbare Energien, Luftfahrt oder 5G kommen die Halbleiter aus Siliziumkarbid verstärkt zum Einsatz.

Blick nach vorne

Wolfspeed geht davon aus, dass diese Nachfrage in den nächsten Jahren stark steigen wird. Der Umsatz soll im Durschnitt um 40 % pro Jahr wachsen – von knapp 750 Mio. US-Dollar Umsatz im letzten Geschäftsjahr auf 4 Mrd. US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2027.

Treiber des Wachstums soll die E-Mobilität sein. Der Wert der Siliziumkarbid-Elektronik in E-Autos soll in den nächsten Jahren mit 39 % pro Jahr wachsen. Doch auch in anderen Bereichen wie 5G und Solaranlagen sollen die im Vergleich zu klassischen Siliziumchips effizienteren und kompakteren Siliziumkarbidchips weiteren Auftrieb erfahren.

Um diese steigende Nachfrage bedienen zu können, erweitert Wolfspeed seine Produktionskapazitäten im großen Stil. Neue Fabriken in den USA sind im Bau und auch in Deutschland wird – gemeinsam mit dem Automobilzulieferer ZF – eine große Produktionsanlage für Siliziumkarbid-Elektronik gebaut.

Auch aufgrund dieser Investitionen sollen Gewinn und Free Cashflow in den nächsten Jahren weiterhin negativ sein. Ab 2027 plant Wolfspeed mit positiven Free Cashflows. Die Brutto-Marge soll dann bei über 50 % liegen – zuletzt lag sie bei 35 %.

Bewertung und mein Fazit

Da bisher weder Gewinne noch Free Cashflows anfallen, bleibt uns zur Bewertung nur der Umsatz. Setzt man den Umsatz des letzten Geschäftsjahres (0,75 Mrd. US-Dollar) mit der Marktkapitalisierung von 10 Mrd. US-Dollar ins Verhältnis, kommt man auf ein KUV von 13. Verglichen mit anderen Chipherstellern wie AMD (KUV: 6) oder Infineon (KUV: 3) ist dies hoch.

Allerdings plant Wolfspeed auch stärker zu wachsen als die Konkurrenz. Ich finde die Aktie interessant, um indirekt auf den E-Mobilitätstrend zu setzen. Denn egal, ob sich Tesla, Mercedes oder BYD langfristig durchsetzen werden, leistungsfähige Chips aus Siliziumkarbid werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit alle benötigen.

Ein Einstieg drängt sich für mich bei Wolfspeed aktuell allerdings nicht auf. Zum einen, weil ich die Bewertung recht hoch finde. Zum anderen, weil ich die Konkurrenz durch andere Unternehmen, die ebenfalls Siliziumkarbidchips entwickeln und herstellen wie Bosch, Infineon und Rohm schwer einschätzen kann. Ich werde die Aktie daher vorerst weiter interessiert beobachten.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Tesla.

Aktienwelt360 2023