Indien beginnt mit Repatriierung hunderttausender gestrandeter Landsleute

Nach langem Zögern beginnt Indien am Donnerstag mit der Repatriierung hunderttausender im Ausland gestrandeter indischer Arbeiter und Studenten. Drei Marineschiffe seien bereits auf dem Weg zu den Malediven und den Vereinigten Arabischen Emiraten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Inder sollen mit Flugzeugen zurückgebracht werden.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hatte Indien im März eine strikte Ausgangssperre verhängt und alle Flüge aus dem Ausland verboten. Hunderttausenden indischen Arbeitern sowie Studenten im Ausland blieb damit eine Rückkehr verwehrt.

Trotz massiven Drängens vor allem der Vereinigten Arabischen Emirate und anderer Golfstaaten weigerte sich Neu Delhi aber bislang, ihre Rückkehr zu organisieren - aus Sorge, der Herausforderung nicht gewachsen zu sein, Millionen Menschen zurückholen und für ihre Quarantäne sorgen zu müssen.

Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben 3,3 Millionen Inder und stellen damit rund 30 Prozent der Bevölkerung. Gemeinsam mit Pakistanern, Nepalesen und Migranten aus Sri Lanka stellen sie das Millionenheer von billigen Arbeitskräften, von denen die reichen Golfstaaten weitgehend abhängen. Viele von ihnen verloren in der Pandemie ihre Arbeit oder wurden krank und stehen nun gänzlich ohne Unterstützung da.

Der indischen Regierung zufolge arbeiten die indischen Botschaften und Konsulate derzeit an Listen für Rückkehrwillige. Allein das Konsulat in Dubai hat nach eigenen Angaben bislang bereits 200.000 Anträge erhalten.