Muharrem Ince: Er zeigt, was Deutsche von der Türkei lernen können

Lennart Pfahler
Ein Blick auf das Millionen-Publikum, das Ince am Samstag anzog.

Muharrem Ince hat Istanbul an diesem Samstag in ein rotes Fahnenmeer verwandelt.

Der Präsidentschaftskandidat der Partei CHP und Gegner von Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan mobilisierte am Tag vor der Wahl ersten Schätzungen zufolge rund fünf Millionen Menschen.

Damit zeigte er: Die Wahl ist ebenso wenig verloren wie die Demokratie in der Türkei. Denn die Türken bewiesen, wie frenetisch sie bereit sind, für Freiheit und politische Mitbestimmung zu kämpfen.

Ein Beispiel, das weit über die Türkei hinausstrahlt. Und dass auch in Deutschland Beachtung finden sollte.

“Halt den Mund, Erdogan”

Schon Stunden vor Beginn des Auftritts im Stadtteil Maltepe auf der asiatischen Seite der Metropole ging in weiten Teilen Istanbuls nichts mehr.

Autos stauten sich kilometerweit, Menschen ließen ihre Wagen stehen und liefen, obwohl es zu dieser Zeit noch in Strömen regnete.

Hunderttausende kamen so erst lange nach der angekündigten Auftrittszeit Inces um 13 Uhr am riesigen Park an der Küste von Maltepe an. Doch Ince wartete.

Als der 52-Jährige schließlich die Bühne betrat, wurde es laut. “Präsident Ince”, schrieen die Massen. “Genug!” Und: “Halt den Mund, Tayyip Erdogan.”

Die Freiheit als Köder

Es ist durchaus erstaunlich, welche Begeisterung Ince in der Türkei entfacht...

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