"Inbegriff des Bösen": Lebenslang für Ratko Mladic (75)

Der bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic (75) ist vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für den Völkermord in Srebrenica 1995 und die Gräueltaten im Bosnienkrieg schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Chef des UN-Hochkommissar für Menschenrechte bezeichnete Mladic als “Inbegriff des Bösen”. Seine Verurteilung sei ein bedeutender Gewinn für die Gerechtigkeit, sagte Zeid Raad al-Hussein.

Im Gerichtssaal wurde Ratko Mladic vor der Urteilsverkündung abgeführt, da der Angeklagte angefangen hatte, laut herumzubrüllen.

Ratko Mladic war nach dem Krieg in Serbien untergetaucht und erst 2011 verhaftet worden.

Mladics war ein General in der bosnisch-serbischen Armee.

Die jugoslawische Volksarmee versuchte damals die Abspaltungen einzelner Republiken militärisch zu verhindern,

Der bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic berief Mladic zum Militärchef. Gemeinsam sollen sie die Vernichtung bzw. Vertreibung bosnischer Muslime und bosnischer Kroaten geplant haben, um eine rein-serbische Republik zu schaffen.

Unter anderem waren die beiden angeklagt, Straflager errichtet zu haben. In den Lagern wurden tausende Muslime – vor allem Männer und Jungen – misshandelt und ermordet.

Mladic wurde auch für die im Mai 1992 begonnene Belagerung von Sarajevo verantwortlich gemacht. In den 40 Monaten der Besetzung starben mehr als 10.000 Menschen. Rund 50.000 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die serbische Armee hatte die wehrlose Stadt damals eingekesselt und von den umliegenden Bergen mit Panzern und Mörsern beschossen.

Das UN-Tribunal warf Mladic außerdem vor, der Chefplaner des Massakers von Srebrenica gewesen zu sein. Im Juli 1995 drangen serbische Truppen in die Kleinstadt im Osten Bosniens ein. Dorthin waren tausende Muslime geflüchtet, die Schutz vor den serbischen Truppen suchten. Sie wähnten sich in Sicherheit, da die UN die Stadt zur Schutzzone erklärt hatten. Nach der Einnahme der Stadt töteten die serbischen Truppen mehr als 8000 Jungen und Männer.

Im Juli 1995 wurde Mladic vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien als Kriegsverbrecher angeklagt. Unter anderem wurden ihm Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Doch Mladic tauchte nach dem Krieg unter und wurde erst 2011 in Serbien, im Bauernhaus seines Onkels, verhaftet.

Es war das letzte Urteil des internationalen Gerichtshofs in den Niederlanden, der seit zwei Jahrzehnten die Verbrechen im Bosnienkrieg ahndete.