Die Impulse fehlen

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Experte Ulf Sommer beschäftigt sich mit der schwachen Bilanz des Softwareherstellers SAP.

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt


Trotz neuer Bestmarken an der Wall Street wollen Europas Börsen nicht folgen. Sie treten auf der Stelle. Käufer und Verkäufer halten sich die Waage – zu Recht. Auf der einen Seite stehen die Optimisten. Sie verweisen auf die steigenden Konzerngewinne in diesem Jahr. Sogar Rekorderlöse erscheinen für die 30 Dax-Konzerne realistisch. Das macht Aktien, gemessen an ihrem Kurs, wieder etwas preiswerter. Auf der anderen Seite schmälert der immer teurere Euro die Gewinne, sobald die Unternehmen ihre im Dollar-Raum verbuchten Erträge in die Gemeinschaftswährung umrechnen und bilanzieren.


Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen


Der Portfoliomanager Paul Rogojan setzt sich in seinen Kommentaren zum „ROGO US Value“-Wikifolio regelmäßig mit dem Anlegerverhalten auseinander. Er plädiert für einen disziplinierten Investmentprozess mit Fokus auf unterbewertete Unternehmen. Rogojan verweist auf eine Studie der amerikanischen Fondsgesellschaft Fidelity. Die beste Performance erzielten diejenigen Fidelity-Kunden, die gestorben oder inaktiv waren, gleichzeitig aber immer noch über Wertpapierbestände verfügten. Dies zeigt, dass die Mehrheit der Anleger viel zu hektisch agiert und der eigenen Performance schadet.


Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank


Im monatlichen ZEW-Index zeigen sich die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren. Diese haben sich im September für Deutschland im Vergleich zum Vormonat verbessert, mit 17,0 Punkten liegt der Index jedoch deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert. Aktuell fehlen Impulse, um den deutschen Aktienmarkt in die Nähe des im Juni erreichten Allzeithochs zu führen, auch das Rekordniveau der US-Indizes bewirkt dies nicht. Unser Depotwert Infineon notiert dagegen mit 20,80 Euro in der Nähe seines Höchststandes.


Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.