Der Impfstoff von Moderna schützt sehr wirksam gegen Covid-19 - nur ist er für ärmere Länder schwer zu bekommen

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Länder mit einem niedrigen Durchschnittseinkommen haben deutlich weniger Dosen des Moderna-Impfstoffes erhalten als wohlhabendere Nationen. Das berichtete die New York Times. Laut gesammelter Daten des Softwareentwicklers Airfinity wurden nur etwa eine Million Dosen des Impfstoffes an einkommensschwächere Länder geliefert. Zum Vergleich: Biontech stellte etwa 8,4 Millionen Impfdosen zur Verfügung während Johnson & Johnson etwa 25 Millionen Dosen auslieferte.

Darüber hinaus berichtete die New York Times, dass einige Länder mit einem mittlerem Durchschnittseinkommen mehr für den Impfstoff zahlen mussten als die Vereinigten Staaten. In weiteren Fällen hätten die Länderregierungen zwar Verträge mit Moderna abgeschlossen, haben bislang aber noch nicht die vereinbarten Mengen erhalten. Das soll beispielsweise in Botswana der Fall sein. Manch andere Länder wie Tunesien waren hingegen nicht einmal in der Lage, mit dem Biotechnologieunternehmen Kontakt aufzunehmen.

Der Impfstoff von Moderna ist derzeit besonders beliebt und gefragt. Denn im Laufe der Zeit scheint der Impfstoff von Moderna im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech und Johnson & Johnson einen besseren Schutz zu bieten, wie Business Insider berichtete. Die von Krankenhäusern in 20 Städten gesammelten Daten legten nahe, dass der Impfstoff von Moderna nach vier Monaten immer noch zu 92 Prozent wirksam war, um Krankenhausaufenthalte zu verhindern. Im gleichen Zeitraum ist die Wirksamkeit von Biontech auf 77 Prozent gesunken, die von Johnson & Johnson sogar auf 68 Prozent.

In einer Pressemitteilung nahm das Unternehmen Stellung zu den Vorwürfen: „Von Anfang an war es unser Ziel, so viele Menschen wie möglich rund um den Globus zu schützen. Bis heute sind weltweit mehr als 250 Millionen Menschen mit dem Covid-19-Impfstoff von Moderna geimpft worden. Wir sind uns durchaus bewusst, dass der Zugang zu Impfstoffen in vielen Teilen der Welt weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns weiterhin auf die Umsetzung einer umfassenden und sich permanent weiterentwickelnden Impf-Strategie. Wir wollen sicherstellen, dass auch einkommensschwächere Länder Zugang zu unserem Impfstoff erhalten.“

Der New York Times zufolge betonten die Verantwortlichen des Biotechnologieunternehmens, dass sie so viele Dosen wie möglich herstellen. Ihre „Produktionskapazität ist jedoch begrenzt“ und die produzierten Dosen werden zur Zeit größtenteils für die Auslieferung an Länder mit bestehenden Verträgen verwendet.

Derweilen reagieren einige Kritikerinnen und Kritiker mit Unverständnis. Dr. Tom Frieden, der ehemalige Leiter der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde, Centers for Disease Control and Prevention, sagte der Times, das Unternehmen verhalte sich so, als würde es keine andere Verantwortung als die Maximierung der Gewinne haben.

In ihrer Pressemitteilung erläuterte Moderna unterdessen, dass der Zugang zu Impfstoff auf fünf „Säulen“ beruhe:

  1. Keine Durchsetzung des Patents auf ihren Impfstoff

  2. Eine Vereinbarung mit der Initiative Covax vom Mai 2021. Diese umfasst eine Bereitstellung von über 500 Millionen Dosen an die Initiative, die sich für eine weltweit gerechte Verteilung der Impfstoffe einsetzt.

  3. Zusammenarbeit mit Regierungen, die ebenfalls planen, die Impfstoffe an Covax zu spenden

  4. Bau einer hochmodernen mRNA-Produktionsanlage in Afrika, wobei allerdings nicht angegeben wurde, wann die

  5. Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten getätigt werden, um im kommenden Jahr eine weitere Milliarde Impfstoffe an Länder mit niedrigem Durchschnittseinkommen zu beliefern.

Bei Betrachtung der Impfquoten aller Länder weltweit wird ein generelles Gefälle zwischen wohlhabenderen und einkommensschwächeren Nationen deutlich. Während mehr als 46 Prozent der Weltbevölkerung mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffes erhalten haben, stammt der Großteil dieser Menschen aus Ländern mit einem mittlerem bis gutem Durchschnittseinkommen. Lediglich 2,5 Prozent dieser 46 Prozent kommen aus einkommensschwachen Ländern und haben mindestens eine Dosis erhalten.

Derzeit haben die Vereinigten Arabischen Emirate, Portugal und Singapur die höchsten Impfquoten. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind dort geimpft. In anderen Ländern, darunter der Südsudan, Uganda und Äthiopien, sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Auf die Anfrage einer Stellungnahme gegenüber Business Insider hat das Biotechnologieunternehmen Moderna zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht reagiert.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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