Immobilienwirtschaft unzufrieden mit Groko-Wohnungsbauplänen

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Pläne von Union und SPD zur Beseitigung des Wohnungsmangels in Deutschlands Städten werden nach Einschätzung der privaten Wohnungswirtschaft nicht den gewünschten Erfolg haben. "Das, was jetzt bei den Koalitionsgesprächen herausgekommen ist, ist zu wenig, zu kurzfristig und zu wirkungslos", sagte Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). "Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau verschlechtern sich eher."

Union und SPD haben unter anderem besprochen, zwei Milliarden Euro zusätzlich für den sozialen Wohnungsbau auszugeben, außerdem soll die Mietpreisbremse verschärft werden. Ein Baukindergeld soll Familien den Wohnungskauf oder -bau erleichtern. "Der Bestand an Sozialwohnungen reduziert sich immer weiter. Das, was jetzt an zusätzlichen Mitteln beschlossen wurde, wird nicht ausreichen, um den Trend umzukehren", sagte der BFW-Präsident.

Der BFW vertritt die Interessen mittelständischer Wohnungsbaufirmen, die nach Verbandsangaben etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland bauen. Wenn man die Bildung von Wohneigentum fördern wolle, sei zusätzlich eine Senkung der Grunderwerbssteuer notwendig, sagte Ibel. "Mit Ausnahme von Bayern und Sachsen haben alle Länder diese in den vergangenen Jahren erhöht."

Ibel plädierte für eine bessere steuerliche Förderung des Wohnungsbaus: "Die lineare Abschreibung für Wohnbauten müsste dringend angehoben werden, weil Gebäude wegen eines immer höheren Technikanteils im Gebäude heutzutage weniger lang halten."