Immobilienverband schlägt Hilfsprogramm für Mieter und Vermieter vor

BERLIN (dpa-AFX) - Die Immobilienwirtschaft schlägt ein bundesweites Hilfsprogramm für Mieter und Vermieter von Wirtschaftsimmobilien vor. Es sieht vor, dass Vermieter ihren Mietern bis zu 50 Prozent der monatlichen Miete erlassen können. Im Gegenzug sollen sie in diesen Fällen die Hälfte der Mietminderung aus öffentlichen Mitteln bekommen, wie der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) am Dienstag in Berlin erläuterte. Das Modell solle bis maximal zum 30. Juni 2021 für Vermieter und Mieter aller Branchen im stationären Einzelhandel einschließlich Gastronomie und Hotellerie gelten. "Die Belastungen für Mieter und Vermieter können so erheblich reduziert werden", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner laut einer Mitteilung.

Nach Einschätzung des ZIA trifft der Shutdown wegen der Corona-Pandemie Vermieter und Mieter von Wirtschaftsimmobilien gleichermaßen. In den ersten vier Wochen habe der Handel 30 Milliarden Euro Umsatzverlust verzeichnet, im Hotel- und Gastgewerbe seien bis Ende Mai 18 Milliarden Euro Umsatzverlust zu erwarten. Mit dem vorgeschlagenen Hilfsprogramm würden sich Vermieter, Mieter und öffentliche Hand für einen begrenzten Zeitraum die Mietlasten teilen und so der akuten Gefahr einer Insolvenz begegnen.

Einnahmen und Liquidität würden sowohl bei Mietern als auch Vermietern über einen längeren Zeitraum auf einem kritischen bis existenzgefährdenden niedrigen Niveau bleiben, sagte Mattner. Die Lockerungen für den Einzelhandel hätten die Situation nicht schlagartig verbessert. "Die Sorge, dass die Menschen beim Hochfahren die Städte überfüllen, hat sich nicht bestätigt", so der ZIA-Präsident. "Im Gegenteil: Die Kundenfrequenz liegt in den Innenstädten 50 bis 60 Prozent und in den Handelszentren nochmals weitere zehn Prozent unter dem Vorjahreswert."