Immobilienfonds: Ein guter Anker

Wie haben sich Fonds entwickelt, die in Betongold anlegen? Auch hier gilt scheinbar das ungeschriebene Immobilien-Gesetz: München liegt uneinholbar vorn.

„Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) beste Anker ist das Haus“ lautet ein altes deutsches Sprichwort. Was vermutlich auf die Umtriebigkeit des Menschen gemünzt war, lässt sich problemlos auf den Bereich der Geldanlage übertragen, denn die Immobilienpreise steigen allerorten. Zuletzt im September veröffentlichte der Immobilien Verband Deutschland (IVD) eine Studie zur Entwicklung der Immobilienwerte. Demnach stiegen die Preise für Betongold in Städten mit mehr als einer halben Millionen Einwohner durchschnittlich um knapp acht Prozent. Im Vorjahr kletterten die Preise um fast zehn Prozent nach oben. 

Grund genug sich näher mit den Fonds zu beschäftigen, die sich auf Immobilien spezialisiert haben. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) kleine Vergleichsuniversum bilden aktiv verwaltete Fonds der Kategorie Immobilienfonds Europa, Mindestvolumen 100 Mio. Euro, Laufzeit fünf Jahre, Ertragsverwendung ausschüttend. 

Das Ergebnis unseres Test zeigt deutliche Parallelen zum Immobilienmarkt: beim Investment-Thema Immobilien scheint München derzeit eine kleine Goldgrube zu sein.

Mit großem Abstand vorne weg: Catella MAX

Quelle: DE000A0YFRV7). Er rentiert auf fünf Jahre mit fast 76%, knapp 30 Prozentpunkte vor dem nächstplatzierten. Aufgelegt ist der Fonds vor allem für Institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen oder für Privatanleger, die über das nötige Kleingeld verfügen. Voraussetzung eines Anteilerwerbs ist eine Mindestanlage von 300.000 Euro. Die Ausgabe der Fondsanteile ist bedingt von der Investitionslage des Fonds („Cash-Stop-System“). So erklärt sich auch die relativ kleine Größe des Fonds von etwas weniger als 270 Mio. Euro. Momentan legt der Fonds ausschließlich in der Metropolregion München an. Zur Risikodiversifikation bedient sich der 2010 aufgelegte Fonds eines breiten Spektrums an Immobilienarten (Büro, Einzelhandel, Wohnungen, Sonstiges), die alle aus dem Core-Segment stammen. Die Strategie aufgeht verdeutlicht auch die außergewöhnliche Sharpe-Ratio von 4,46.

Ein Plus von gut 47% erzielt der Wertgrund WohnSelect D (ISIN: DE000A0M98N2). Bouwfonds gehört zur Catella Gruppe und auch dieser stark performende Fonds (plus 34 %) richtet sich eher an Großinvestoren. Mindestens 500.000 Euro müssen Interessierte mitbringen, um Anteile zeichnen zu können.  Auch dieser Immobilienfonds befindet sich zur Zeit im Cash-Stop. Fast (Shanghai: 600391.SS - Nachrichten) 856 Mio. Euro verwaltet der Fonds. Fondsmanager Xavier Jongen allokiert das Vermögen derzeit vorwiegend in Deutschland (43,5 %), besitzt aber auch in den Niederlanden (26 %), Dänemark (13,6 %) und Frankreich (10 %) Gebäude. 

Die Dickschiffe solide, der Kleinste besser

Quelle: DE0009809566) auf die Waage. Er wiegt satte 14,6 Mrd. Euro. Sein Zuwachs von knapp 12 Prozent liegt mehr als drei Mal höher als der Durchschnitt (+3,6 %). Auch das Deka-Fondsmanagement konzentriert sich vorwiegend auf das Core-Segment, nimmt aber nach eigenen Angaben auch Potenzial in Kauf. Zum Ende des ersten Quartals 2017 allokierte der Fonds gut 34 % seines Vermögens im heimischen Markt. Investitionszentren bilden das  Rhein-Main Gebiet (rd. 1 Mrd. Euro), München (990 Mio. Euro) sowie die Region Rhein-Ruhr (rd. 750 Mio. Euro). Frankreich und Großbritannien stellen weitere große Destinationen dar. Fast zwei Drittel des Fonds stecken in Büro-Immobilien. Der Anteil an Wohnimmobilien beträgt lediglich 0,1 %.

Etwas weniger als 12 Mrd. Euro verwaltet der Uni Immo Deutschland (ISIN: DE0009820068). Er ist „nur“ 169 Mio. Euro leicht und wird von der BNP Paribas (London: 0HB5.L - Nachrichten) angeboten. Hinter den Großen muss er sich nicht verstecken. In der letzten halben Dekade rentiert er mit 18,2 %. Das bedeutet Rang fünf – vor den Dickschiffen der Liga. Auch er gehört mit seinen gut 20 Lenzen zu den Etablierten im Feld. Im Bestand hat er lediglich neun Immobilien, die sich auf fünf Destinationen vornehmlich Deutschland (34%), Großbritannien (30%) und Italien (26%) verteilen. Auch das Management des ImmoProfil konzentriert seine Investments auf den Sektor Büro (73%). 

 

(DW)