Immobilienexperten sehen Trendwende bei Kaufpreisen in München und Berlin

Auch wenn die "große Party" der Immobilieninvestoren in Deutschlands größten Städten noch nicht vorbei ist, zeigen sich dennoch Anzeichen einer Stabilisierung des Marktes

Auch wenn die "große Party" der Immobilieninvestoren in Deutschlands größten Städten noch nicht vorbei ist, zeigen sich dennoch Anzeichen einer Stabilisierung des Marktes. In Berlin, München und Stuttgart werden sich Wohnungsangebot und -nachfrage in diesem Jahr wohl erstmals seit acht Jahren wieder im Gleichgewicht befinden, wie am Dienstag der "Rat der Immobilienweisen" in seinem Frühjahrsgutachten erklärte. In dem Gremium sind spezialisierte Forschungs- und Beratungsfirmen vertreten.

Nach wie vor gibt es bundesweit gesehen eine Lücke zwischen der Entwicklung der Kaufpreise und der Mieten. Zwar stiegen die Mieten vergangenes Jahr stärker als zuvor, sie nahmen um 4,3 Prozent zu, gegenüber 3,1 Prozent im Jahr 2016. Die Kaufpreise stiegen nicht mehr so stark wie zuletzt, nämlich um 7,9 Prozent statt 8,8 Prozent 2016. Somit lohnt sich Kaufen für Investoren aber immer noch eher als vermieten.

Es werden aber weniger Wohnungen nachgefragt als zuletzt, da die Zuwanderung zurückgegangen ist. Zudem sollen in diesem Jahr wie vergangenes Jahr 300.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Außerdem könnten gleichbleibende oder steigende Zinsen dafür sorgen, dass Immobilien als finanzielle Anlage weniger attraktiv werden.

Die Kaufpreise für Immobilien in München, Berlin und möglicherweise auch Stuttgart könnten dem Gutachten zufolge in den nächsten fünf Jahren um ein Viertel bis ein Drittel sinken. In Hamburg, Frankfurt, Köln und Düsseldorf seien die Signale noch nicht da, "aber ein zukünftiges Abflauen ist auch hier gut möglich".

Vergangenes Jahr war dem Gutachten zufolge ein Fünftel der Bevölkerung von hohen Mietanstiegen von mehr als drei Prozent und hohen Neuvertragsmieten betroffen. Die Hälfte der Bevölkerung wohnte hingegen in Landkreisen, wo die Miete mit weniger als sieben Euro unter dem Bundesschnitt von 7,46 Euro pro Quadratmeter lag.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte: "Die Wohnungsbauoffensive muss unvermindert fortgesetzt werden". In den nächsten Jahren würden mindestens 350.000 neue Wohnungen jährlich benötigt. Entscheidend sei, dass die Wohnungen schnell gebaut würden und ein Großteil dieser Wohnungen "für Menschen mit normalem Einkommen bezahlbar" sei.