Wer eine Immobilie kaufen will, kann ein Schnäppchen machen – doch das hat einen Haken, sagen Experten

Wer Immobilien mit einer schlechten Wärmedämmung verkaufen will, muss Gewinneinbußen in Kauf nehmen, das ergab eine Analyse des Unternehmens Jones Lang LaSalle. - Copyright: Thomas Barwick
Wer Immobilien mit einer schlechten Wärmedämmung verkaufen will, muss Gewinneinbußen in Kauf nehmen, das ergab eine Analyse des Unternehmens Jones Lang LaSalle. - Copyright: Thomas Barwick

Bleibt eure Wohnung diesen Winter auch ohne Heizen warm? Dann fällt eure Immobilie wahrscheinlich in eine hohe Energieeffizienzklasse. Damit könnt ihr euch glücklich schätzen, denn eure Energiekosten sind dadurch deutlich geringer. Und ihr könnt beim Verkauf eurer Immobilie mehr verlangen als mit einer niedrigen Effizienzklasse. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Immobilien-Unternehmens Jones Lang LaSalle (JLL), über die das „Handelsblatt“ zuerst berichtet hat.

Zwar sinken die Preise auf dem Immobilienmarkt aktuell. Doch das hauptsächlich für Objekte mit schlechter Energieeffizienz. Das belege ein Vergleich von Kaufinseraten von Mehrfamilienhäusern im ersten Halbjahr 2021, also vor Ausbruch des Ukrainekriegs und dem damit verbunden gestiegenen Energiepreisen, mit Inseraten im ersten Halbjahr 2022, schreibt das "Handelsblatt".

JLL teilte die Immobilien in seiner Analyse in unterschiedliche Gruppen auf. Die Immobilien in Klasse A zählen zu der hohen und die in Klasse H zu der niedrigen Energieeffizienzklasse. Nach einem Vergleich stellte sich heraus, dass sich die Wertminderungen bei Immobilien einer schlechteren Energieeffizienzklasse erhöhen.

Die preislichen Unterschiede der Immobilien

Im ersten Halbjahr 2022 lag die Preisdifferenz für ein Mehrfamilienhaus je nach Energieklasse zwischen zwölf und 33 Prozent. Das ist eine deutliche Erhöhung zum ersten Halbjahr 2021. Zu dieser Zeit lag die Preisermäßigung noch zwischen 5,6 und 30 Prozent.

Personen, die im ersten Halbjahr 2022 versuchten, ihr Objekt mit einer mangelnden Energieeffizienz an einem Markt mit einem Angebotsüberhang zu verkaufen, konnten die preislichen Auswirkungen spüren.

So mussten einige dieser Eigentümer mit einem Preisabschlag von 50 Prozent rechnen, geht aus der vom "Handelsblatt" zitierten JLL-Analyse hervor. Für diejenigen, die vorhätten eine Immobilie zu kaufen, könnte es nun der richtige Zeitpunkt sein, da ein Objekt viel kostengünstiger sei.

Heißt: Es gibt die Möglichkeit günstig Immobilien zu kaufen, diese könnten aber eine niedrige Energieeffizienz haben und höhere Energiekosten mit sich bringen.

zb