Immigrant bekommt unverschämte Absage auf Bewerbung

Minh Huynh und seine Tochter Emily (Bild: Twitter)

Ein Vietnamese, der in Seattle lebt, bewirbt sich um einen Job bei einem Lieferdienst und bekommt eine Absage. An sich nichts Außergewöhnliches. Doch es ist der unangebrachte Ton des Personalmanagers, der für weltweite Empörung sorgt.

Minh Huynh ist ein Immigrant aus Seattle, der sich bei Dash Delivery um einen Lieferantenjob beworben hat. Als seine Tochter Emily die Absage sieht, die ihr Vater per E-Mail erhalten hat, ist sie entsetzt. “Diese Mail ist widerwärtig, unnötig und entwürdigend“, schreibt sie auf Twitter.

Im Schreiben des Personalmanagers Bruce Peterson heißt es: “Let me tell you now, if you no speak English, I will send you home“, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie: “Lass mich dich sagen, wenn du nicht reden Englisch, ich dich schicken zu Hause.“

Dass sich der Angestellte von Dash Delivery in seiner Absage über Minh Huynh lustig macht, ist offensichtlich. “Es ist sehr schwer für Leute, die kein Englisch können“, twitterte Huynhs 18-jährige Tochter und erklärte, dass ihr Vater fließend Vietnamesisch und Kantonesisch spricht, aber noch an seinem Englisch arbeitet. Sie hilft ihm nachts dabei.

“Mein Vater ist nicht wirklich gekränkt, er versteht es nur nicht ganz, warum er wegen seines gebrochenen Englisch keine Arbeit findet, obwohl er mehr Erfahrung hat als viele andere Menschen”, twitterte Emily.

  Update: My dad isn’t that hurt, he just doesn’t fully understand the concept of someone not hiring him for his lack of English when he has more experience than most people. pic.twitter.com/xa2DA9kn7h

“Er ist Tag und Nacht an seinem Laptop und schickt Leuten mit Hilfe von Google Translate E-Mails“, sagte Emily Huynh NextShark.com. “Er bittet mich und meinen Bruder immer um Hilfe, aber die meiste Zeit sind wir nicht daheim, sondern in der Schule.“

Dass Emily die Absage des Personalmanagers auf Twitter veröffentlichte, hatte allerdings auch etwas Gutes. Der Personalmanager wurde gefeuert und der Besitzer von Dash Delivery, Kevin Bus, schrieb Emily und ihrem Vater eine persönliche Entschuldigung.

“Mr. Petersons E-Mail war unangebracht und entspricht nicht den Werten unseres Unternehmens. Unsere Firma behandelt alle Mitarbeiter gleich und ist stolz auf die Diversität ihrer Angestellten“, heißt es in dem Schreiben.

“Während es stimmt, dass die Kommunikation auf Englisch einen großen Teil dieser Arbeit ausmacht, ist die Art und Weise, wie Mr. Peterson mit Ihnen kommuniziert hat, äußerst unangebracht. Nach sorgfältiger Prüfung können wir Ihnen mitteilen, dass er nicht länger in unserem Unternehmen beschäftigt ist.“

Und auch Minh Huynh hat etwas aus dem Vorfall gelernt. Wie ein Notizbuch zeigt, das seine Tochter twitterte, bringt er sich selbst jeden Tag neue englische Wörter bei.