"Nicht immer menschlich": Handball-Bundestrainer Prokop wehrt sich gegen Kritiker

"Kommunikation nicht optimal": Prokop räumt eigene Fehler ein

Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat sich über den Umgang mit ihm nach dem schmachvollen EM-Aus beschwert. "Das Abschneiden lässt die Kritik zu. Aber was die letzten zehn Tage passiert ist, war nicht immer menschlich", sagte Prokop am Freitag im Rahmen des Allstar Game der Handball Bundesliga (HBL) bei Sky Sport News HD. Dass seine Mannschaft die Spaß-Partie gegen eine internationale Bundesliga-Auswahl 39:43 (22:21) verlor, ist in der aktuellen Debatte um Prokops Zukunft nicht mehr als eine Randnotiz. 
Nachdem die Nationalmannschaft bei der EM in Kroatien in der Hauptrunde ausgeschieden war, war Prokops Zukunft als Bundestrainer öffentlich infrage gestellt worden. Besonders aus der Liga hagelte es Kritik. Vizepräsident Bob Hanning vom Deutschen Handballbund (DHB) hatte in der Folge eine ergebnisoffene Analyse über die nächsten vier bis sechs Wochen angekündigt. Prokop bekräftigte indessen, dass er das Amt weiterhin ausführen wolle. 
"Ich möchte diese Aufgabe weitermachen, traue es mir auch zu, aber man muss auch ehrlich sein: Nach den letzten zehn Tagen und dem EM-Auftritt liegt es nicht mehr in meiner Hand", sagte der 39-Jährige. Auch die Medien macht Prokop für den Trubel der vergangenen Tage mitverantwortlich. "Ich hoffe nicht, dass aufgrund des medialen Drucks eine vorgefertigte Meinung in den Köpfen herrscht." Nach der EM war viel von internen Unstimmigkeiten zwischen Team und Trainer berichtet worden. 
Dass Prokop Abwehrchef Finn Lemke zunächst nicht für die Titelkämpfe nominiert hatte, war dem Coach ebenso angelastet worden wie einige taktische Entscheidungen. Besonders im Fall Lemke räumte Prokop Fehler ein: "Mit Sicherheit habe ich gerade die Charaktereigenschaften und die Stellung eines Finn Lemke in der Nationalmannschaft unterschätzt und im Vorfeld nicht bedacht."