Immer mehr unter Dreijährige werden in Kitas oder von Tageseltern betreut

Das Armutsrisiko für Kinder in Deutschland ist einem Bericht zufolge gestiegen. Im Jahr 2015 galten rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche als armutsgefährdet, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den "Familienreport 2017" berichtet, der heute in Berlin vorgestellt werden soll

Immer mehr unter Dreijährige werden in Kitas oder von Tagesmüttern und -vätern betreut. Fast 763.000 Kleinkinder waren zum Stichtag 1. März in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege untergebracht, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 41.300 Kinder beziehungsweise 5,7 Prozent mehr als 2016. Der Anstieg fiel damit noch stärker aus als im Jahr zuvor.

Am stärksten stieg die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren in Hamburg mit einem Plus von 10,2 Prozent sowie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit einem Anstieg von jeweils 10,1 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern (plus 1,9 Prozent) war der Zuwachs am geringsten, wobei die Zahl der in Kitas betreuten Kinder in Ostdeutschland ohnehin sehr hoch ist.

Die Mehrzahl der Eltern gibt seine Kinder in Kindertageseinrichtungen (84,6 Prozent). Von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater werden deutlich weniger Kinder betreut, der Anteil liegt bundesweit bei 15,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Kindertageseinrichtungen bis März um 0,6 Prozent und die der Tagesmütter und -väter um 1,4 Prozent.

Seit August 2013 gibt es für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) verwies darauf, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als 400.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen worden seien. Dennoch reiche das Platzangebot immer noch nicht aus.

Auch die Qualität der Betreuung müsse sich weiter verbessern. "Damit das gelingt, muss der Bund noch mehr Verantwortung übernehmen", erklärte Barley. "Wir brauchen mehr Personal in den Einrichtungen, gestärkte Kitaleitungen und passgenaue Öffnungszeiten." Die von Bund und Ländern vorgelegten Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz müssten jetzt umgesetzt werden.