Immer Hertha: Für eine Prise mehr Piqué

Jörn Lange

Vielleicht muss man sich den Ernstfall einfach mal vorstellen. Also, bereit für ein kleines Gedankenexperiment? Dann Fantasie anknipsen und los, wir steigern uns langsam von leicht zu schwer. Schritt eins: Nehmen wir an, das stolze Bundesland Bayern hat keine Lust mehr, seine Erfolge mit dem Rest der Republik zu teilen und fordert seine Unabhängigkeit. Schritt zwei: Der Münchner Thomas Müller, Vorzeige-Bayer und Fußball-Darling der Nation, gibt den medienwirksamen Unterstützer dieser Kampagne. Und Schritt drei: Jeder, der sich jenseits des Weißwurstäquators für Fußball interessiert, erklärt Müller daraufhin zum Feindbild Nummer eins. Der Mann, der bei zwei WM-Turnieren in Folge je fünf Tore schoss, ein Weltmeister, langjähriger Leistungsträger und Erfolgsgarant, dieser Thomas Müller soll nach Volkes Willen aus dem Nationalteam verbannt werden. Na, reicht Ihre Imagination?

Zugegeben, von einem "Müller-Gate" dieser Güte sind wir hierzulande weit entfernt. In Spanien hingegen ist das Szenario Realität. Dort verhärten sich die Fronten zwischen den abspaltungswilligen Katalanen und Spaniern bekanntlich immer mehr. Mittendrin: Barcelonas Abwehrspieler Gerard Piqué (30), Welt- und Europameister mit über 90 Länderspielen, ein Aushängeschild seiner Zunft, bewundert und verehrt, kurz: ein Müller-Pendant.

Als der Katalane dieser Tage zum Nationalteam stieß, schlug ihm pure Ablehnung entgegen. "Du bist widerlich" und "Piqué, hau ab!" zählte noch zu den nettesten Dingen, die er von "Fans" z...

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