Im Jamaika-Streit: Kiriasis kommt in Bedrängnis

Sandra Kiriasis und das jamaikanische Bob-Team liegen im Clinch. Die deutsche Ex-Trainerin erhebt Vorwürfe, kann diese aber zum Teil nicht mehr halten. Die Lager widersprechend sich.

Sandra Kiriasis ging für Deutschland an den Start. (Bild: Getty Images)

2006 wurde Sandra Kiriasis im Bob Olympiasiegerin. Zwölf Jahre später sollte sie das Team aus Jamaika entscheidend unterstützen. In Pyeongchang zerbrach aber die Zusammenarbeit zwischen Kiriasis und dem Verband.

Kiriasis wurde ihre Akkreditierung entzogen, sie war auf Hilfe von TV-Sender Eurosport und des deutschen Teams angewiesen, um eine Unterkunft zu finden. “Ich habe nur das, was ich anhabe”, sagte sie zu Sport1.

Trainerin fordert 20.000 Euro zurück

Kiriasis wurde laut eigenen Aussagen vom Verband degradiert und lehnte daraufhin eine weitere Zusammenarbeit ab. Die Ex-Trainerin begann daraufhin einen Streit um den Bob, mit dem das jamaikanische Team an den Start gehen will.

Die 43-Jährige ist laut eigenen Aussagen Besitzerin des Bobs, nachdem sie einen Vertrag mit dem verleihenden BSC Winterberg aushandelte. Sie forderte 20.000 Euro von Jamaikas Team und wollte über ihren Anwalt einen Start verhindern.

Winterberg bringt Kiriasis in Bedrängnis

Nun meldete sich allerdings der BSC zu Wort: “Frau Kiriasis hat den Bob für Jamaika nicht organisiert oder besorgt.” Sie sei zu keiner Zeit Besitzerin des Bobs gewesen. Der Verein würde den Bob nun an Jamaikas Verband verkaufen.

Der Olympia-Underdog hat das nötige Geld dafür wohl von einer heimischen Brauerei zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Start bei den Winterspielen in Pyeongchang scheint damit gesichert.

Jamaikas Olympia-Chef Leo Campbell auf einer Pressekonferenz in Pyeongchang. (Bild: Getty Images)

Jamaika widerspricht Kiriasis umfangreich

Alles andere als gesichert ist aber der Ausgang des Streits zwischen Kiriasis und ihrem ehemaligen Team. In der Welt zeigte sich Jamaikas Olympia-Chef Leo Campbell zwar offen für Gespräche, widersprach Kiriasis aber in vielen Dingen.

Demnach habe der Verband Kiriasis ein Hotel für rund 450 Euro pro Nacht zur Verfügung gestellt, sie sei nicht, wie sie selbst sagt, obdachlos gewesen. Von Anfang an sei Kiriasis nur eine “untergeordnete” Trainerin gewesen und nie degradiert worden.

Keine Beweise von Campbell

Beweise für seine Aussagen konnte Campbell bisher nicht vorlegen: “Nein, das mache ich nicht. Sie müssen sich mit meinem Wort zufrieden geben.” Kiriasis selbst hat der Welt wohl ihren Vertrag mit dem BSC Winterberg zugespielt.

Somit müssen noch zahlreiche Dinge aufgearbeitet werden. Vorerst ist für Campbell nur eines ganz sicher: “Wir sind immer noch die beste Marke. Das beliebteste Bob-Team der Welt. Beliebter als die Deutschen und alle anderen.”