Im Bikini im AKW: Wirbel um sexistische Praktikantinnensuche

Eine angebliche Praktikantensuche sorgt nun für Wirbel. (Bild: ddp Images)

Junge, hübsche Frauen posieren halb nackt – dafür mit Schutzhelm – in einem Atomkraftwerk. Wer auf Facebook am meisten Likes erhält, darf ein Praktikum machen. Diese Aktion in Tschechien sorgt für viel Wirbel.

Negativschlagzeilen sind für den Betreiber des tschechischen Atomkraftwerks Temelin nichts Neues. Vor zwei Jahren trat dort zum Beispiel radioaktive Strahlung aus. Kritik der ganz anderen Art gibt es jetzt. Das AKW postete auf seiner Facebook-Seite die Bilder von zehn jungen Frauen. Die posierten nur mit Bikini bekleidet in lasziven Posen im Kühlturm der Anlage. Der Sinn des Ganzen? Die Dame, deren Foto auf Facebook die meisten Likes erhält, darf sich über ein Praktikum in dem AKW freuen. Ausziehen für die Berufsausbildung? Die Empörung ist groß.

Irgendwie schien dem Betreiber des Kraftwerks bei dem Post jegliches Schuldbewusstsein zu fehlen. „Das Mädchen mit den meisten Likes erhält den Titel ‘Schulabsolventin Energie’ und verbringt zwei Wochen bei uns im Praktikum“, hieß es in dem Facebook-Post. Zumindest in dem sozialen Netzwerk aber schien das Motto „Sex sells“ in diesem Fall mal nicht zu ziehen. Denn für jedes „Gefällt mir“ gab es von den Nutzern auch ein erbostes Emoji.

Ganz so verstrahlt ist die Aktion allerdings nicht. Beim Betrachten der Bilder dürfte auffallen, dass die Damen wohl kaum der durchschnittlichen AKW-Praktikantin in spe entsprechen dürfen. Tatsächlich handelt es sich um die zehn Finalistinnen des nationalen Schönheitswettbewerbs „Absolventin des Jahres 2017“. Das Fotoshooting im Kühlturm war Teil des Endrundenprogramms. Macht diese Erklärung die Aktion besser? Bitte entscheiden Sie selbst. Zur Siegerin wurde übrigens Lucie Šlezingrová gekürt. Die Blondine ist auf der Übersichts-Collage auf Facebook rechts unten zu sehen.

Angezogen sehen die zehn jungen Frauen so aus: