Illegale Einwanderung: Migranten kommen über Dänemark

Illegale Einwanderung: Migranten kommen über Dänemark

Immer mehr Menschen wandern illegal aus Dänemark nach Deutschland ein. Die Zahl der unerlaubten Einreisen sei 2017 deutlich gestiegen, so das Bundesinnenministerium zur "Welt am Sonntag". Im Vergleich zum Vorjahr registrierten die Behörden bis Ende Oktober rund 35 Prozent mehr unerlaubte Einreisen über Dänemark und dem skandinavischen Seeweg.

Die Statistik umfasst nur die Zahlen der Bundespolizei. Illegale Einreisen, die durch Polizisten der Bundesländer festgehalten wurde, sind nicht berücksichtigt. Anders als im Grenzbereich sei es für die Beamten schwer festzustellen, aus welchem Staat die Flüchtlinge eingereist seien, wenn diese erst im Landesinneren aufgegriffen werden, teilt das Innenministerium von Schleswig-Holstein mit.

Die Bundespolizei registrierte insgesamt 2.269 illegale Einwanderer, die aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark kamen. Allein 1.455 kamen aus Dänemark. Im Vorjahr waren es noch 1.674 (996 aus Dänemark) solcher Einreisen. Die Dunkelziffer soll höher sein, da viele nicht durch die Bundespolizei aufgegriffen, sondern erst Teil der Statistik werden, wenn sie sich als Asyl suchend melden.

Bei vielen Flüchtlingen handle es sich um Syrer, Iraker und Afghanen. Für die meisten sei es der zweite Anlauf, in Europa Asyl zu bekommen. Sie kämen nach Deutschland, nachdem ihre Asylanträge in Dänemark abgelehnt worden seien, so das Innenministerium.

Die Zahl der illegalen Einwanderer aus der Schweiz und Österreich ist deutlich zurückgegangen. In Bayern und Baden-Württemberg wurden 2016 noch 74.000 illegale Einreisen gezählt. Im vergangenen Jahr waren es 19.600.