Illegale Einreise: Nordkoreas Diktatorenfamilie stellte Visa-Anträge mit gefälschten Pässen

Um in westliche Staaten reisen zu können, nahmen Kim Jong-il und Kim Jong-un falsche Identitäten an. (Bild: Handout via Reuters)

Zwei gefälschte brasilianische Pässe sollten Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und seinem Vater Kim Jong-il die Einreise in westliche Staaten ermöglichen.

„Josef Pwag“ und „Ijong Tchoi“: Unter diesen Namen beantragten Kim Jong-un und sein Vater Kim Jong-il, der damals das Staatsoberhaupt von Nordkorea war, Visa in mindestens zwei westlichen Staaten. Dazu benutzten sie gefälschte brasilianische Pässe, die im Februar 1996 in Prag ausgestellt wurden.

Fotokopien der gefälschten Dokumente wurden nun der Nachrichtenagentur „Reuters“ zugespielt. Die brasilianischen Behörden haben demnach die Echtheit der Ausweise bestätigt. Unklar sei jedoch, in welchen Ländern mit ihnen Visa beantragt und ob diese erteilt wurden.

Nordkorea wird seit 1948 von der Kim-Dynastie regiert. Nach dem Tod von Kim Jong-il im Jahr 2011 kam sein Sohn Kim Jong-un an die Macht. (Bild: STR/AFP/Getty Images)

„Reuters“ beruft sich auf „fünf ranghohe westliche Sicherheitsquellen“, die nicht näher benannt werden. Die Kims hätten die Ausweise für Reisen verwenden können – oder um sich im Falle von Aufständen Fluchtmöglichkeiten aus dem krisengeschüttelten Land offen zu halten. Als Kim Jong-il in den Neunzigern die Macht übernahm, sah sich Nordkorea infolge des Ostblock-Zusammenbruchs mit schweren Wirtschafts- und Versorgungskrisen sowie Hungersnöten konfrontiert.

Kim Jong-uns brasilianischer Pass wurde auf den Namen „Josef Pwag“ ausgestellt, geboren am 1. Februar 1983 in São Paulo. Das wahre Geburtsdatum des nordkoreanischen „Obersten Führers“ ist unbekannt. Sein Vater Kim Jong-il sollte als „Ijong Tchoi“, geboren am 4. April 1940 in São Paulo, reisen. Auch sein echtes Geburtsdatum ist bis heute umstritten.