Ilka Bessin bei Markus Lanz über Hartz IV: "Du nimmst halt am sozialen Leben nicht mehr teil.“

 

Arbeitslosigkeit war eines der Themen in der Show von Markus Lanz. (Bild: ZDF/Screenshot)

In der Sendung von Markus Lanz ging es am Donnerstagabend unter anderem um die Themen Arbeitslosigkeit, Hartz IV und darum, was es heißt, in Armut oder knapp über der Armutsgrenze zu leben.

Ilka Bessin, die jahrelang als Dauer-Hartz-IV-Empfängerin Cindy aus Marzahn für Unterhaltung sorgte, war in ihrem echten Leben drei Jahre lang auf Stütze angewiesen. Bei Lanz berichtete sie von den bitteren, aber auch skurrilen Momenten dieser entbehrungsreichen Zeit.

Über die aktuelle Hartz-IV-Debatte sagte Bessin: „Es reden immer Leute darüber, die eigentlich gar keinen Bezug dazu haben. Das sind halt Leute, denen es einfach noch nie schlecht ging oder auch nur bedingt schlecht ging.“ In Richtung ihres Sitznachbarn in der Sendung, den neuen Arbeitsminister Hubertus Heil, meinte Bessin: „Jetzt ist jemand Neues da, da kommt neuer Wind wieder rein.“ Aber schnell setze dann auch wieder die Enttäuschung ein.

Komme man denn mit Hartz IV über die Runden, wollte Lanz wissen. Bessin: „Wenn du alleine bist, kannst du von Hartz IV leben. Aber was ist das für ein Leben?“ Am normalen Leben teilzunehmen sei schwierig, so Bessin, denn alles koste Geld. „Es ist ja nicht so, dass dann einer sagt: ‚Okay, Kinokarte kannst du umsonst haben.‘ Mit Freunden und Familie ist es einfach schwierig. Du nimmst halt am sozialen Leben nicht mehr teil.“

Weiß, was es bedeutet, arbeitslos zu sein: Ilka Bessin. (BIld: Wenn.com)

Ihre Arbeitslosigkeit habe sich nicht nur negativ auf ihr Sozialleben, sondern auch auf ihre Gemütslage niedergeschlagen. Am Anfang einer Arbeitslosigkeit sei man ja noch motiviert, so Bessin, doch nach einigen Bewerbungen und Rückschlägen setze dann die Desillusion ein. Irgendwann sei sie nur noch liegen geblieben und habe Termine vor sich hergeschoben. Man verliere komplett die Motivation, so Bessin. „Ich bin manchmal drei, vier Tage im Bett geblieben“, sagte die Ex-Komikerin. Sie habe am Montag Vorräte bis Donnerstag eingekauft.

Wichtig sei es daher laut Bessin, im Jobcenter besser auf die Menschen zuzugehen. Man könne die Arbeitssuchenden aufmuntern und ihnen vielleicht auch mal zur Seite stehen, wenn diese eine Bewerbung verfassen.