IG Metall zurrt Forderung inklusive Arbeitszeitverkürzung fest

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall macht Ernst mit ihrer Forderung nach kürzeren Arbeitszeiten. Neben sechs Prozent mehr Geld verlangt die größte deutsche Gewerkschaft für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie das individuelle Recht, über maximal zwei Jahre die Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden reduzieren zu können. Einen entsprechenden Beschluss hat der Bundesvorstand der IG Metall am Donnerstag in Frankfurt gefasst und gleichzeitig die bisherigen Tarifverträge gekündigt.

Für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder oder Pflegende verlangt die Gewerkschaft bei verkürzter Arbeitszeit Zuschüsse zwischen 750 und 2400 Euro im Jahr, um Lohnausfälle auszugleichen. Die Regelungen sollen auch im Tarifgebiet Ost gelten, wo bislang noch mit 38 Stunden drei Stunden länger gearbeitet werden muss als im Westen. Die Arbeitgeber sollen sich zudem in der aktuellen Runde verpflichten, künftig über die Angleichung der Tarifbedingungen zu sprechen.

Die Arbeitgeber haben die Vorschläge vor allem mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel strikt abgelehnt. Es sei nicht zu schaffen, die dann kurzfristig benötigten rund 200 000 Fachkräfte zu ersetzen, sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander der "Wirtschaftswoche". IG Metall-Chef Jörg Hofmann bezeichnete sein Modell flexibler Arbeitszeiten hingegen als Instrument gegen den Fachkräftemangel.

Die Verhandlungen für die wichtigsten deutschen Industriezweige beginnen am 15. November unter anderem in Baden-Württemberg, wo schon häufig Pilotabschlüsse verabredet worden sind. Warnstreiks sind nach dem Ende der Friedenspflicht ab dem 1. Januar möglich.