IG Metall reagiert erbost auf geplanten Stellenabbau bei General Electric

General Electric will 1600 Stellen in Deutschland streichen

Arbeitnehmervertreter haben erbost auf den geplanten Stellenabbau bei dem US-Industriekonzern General Electric (GE) in Deutschland reagiert. Die verkündeten Pläne seien "in keiner Weise nachvollziehbar", erklärte die Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag und kündigte einen harten Widerstand gegen die Einschnitte an. GE will in seiner Energiesparte weltweit 12.000 Jobs abbauen, davon 1600 in Deutschland.

Der Konzern will im Rahmen seiner Umstrukturierungspläne bis 2018 rund 3,5 Milliarden Dollar (knapp drei Milliarden Euro) einsparen. Die Mehrheit der Einschnitte betrifft Niederlassungen außerhalb der USA. Die Entscheidung zum Jobabbau sei "schwierig aber notwendig" gewesen, um auf den schwächelnden Energiemarkt reagieren zu können, erklärte der Chef von GE Power, Russell Stokes, zur Begründung. Er bezog sich unter anderem auf fallende Energiepreise und die sinkende Nachfrage nach Turbinen.

Erst kürzlich hatte der Siemens-Konzern angekündigt, in den kommenden Jahren weltweit rund 6900 Stellen abzubauen, davon rund 3300 in Deutschland. Auch der deutsche Technologiekonzern hatte erklärt, Grund für den Abbau vor allem in der Kraftwerkssparte sei der "rasant zunehmende Strukturwandel" bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor.

Die IG Metall reagierte verärgert. Der betroffene Geschäftsbereich Power trage "deutlich" zum Konzernergebnis von GE bei, erklärte die Gewerkschaft. Der Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, Klaus Stein, ergänzte, die Ankündigung, europaweit tausende Arbeitsplätze abbauen zu wollen, sei "weder strategisch noch betriebswirtschaftlich begründbar". Sie diene allein der "kurzfristigen Profitmaximierung von Aktionären".

Am stärksten von den Streichungen betroffen sind nach Angaben der IG Metall die Standorte Mannheim, Stuttgart, Berlin, Mönchengladbach und Kassel. Die IG Metall Berlin erklärte, GE mache "in allen Geschäftsfeldern Milliardengewinne". Entlassungen in diesem Umfang seien daher "höchst unsozial", erklärte Klaus Abel von der IG Metall Berlin. "Dagegen werden wir uns kräftig zur Wehr setzen."

Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst sprach von einem "Klassenkampf von oben". General Electric sei nach ThyssenKrupp und Siemens "das dritte Unternehmen in Folge, das den sozialen Kompromiss mit den Beschäftigten aufkündigt und trotz Gewinnen Arbeitsplätze vernichtet".

GE machte laut Geschäftsbericht vergangenes Jahr rund 120 Milliarden Dollar Umsatz und nach Steuern einen Gewinn von mehr als acht Milliarden Dollar. Der Siemens-Konkurrent hatte 2016 weltweit rund 300.000 Beschäftigte, in Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Menschen an über 50 Orten.