IG Metall kündigt erste Warnstreiks ab 8. Januar an

Kundgebung der IG Metall in Ludwigsburg

Im Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft IG Metall Warnstreiks ab 8. Januar und damit bereits vor Beginn der dritten Runde der Tarifverhandlungen angekündigt. Nach den Bezirken Bayern und Baden-Württemberg erklärte am Freitag die IG Metall Nordrhein-Westfalen, die Warnstreiks begännen am 8. Januar. Das habe die Tarifkommission einstimmig beschlossen. Auf das schlechte Angebot der Arbeitgeber könne es nur diese eine Antwort geben.

Gewerkschaft und Arbeitgeber haben in sechs der sieben Bezirke zwei Verhandlungsrunden hinter sich. Die Arbeitgeber boten zuletzt für die ersten drei Monate eine Pauschale von 200 Euro und danach eine Lohnerhöhung um zwei Prozent für 15 Monate. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn für zwölf Monate - und eine befristete Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden wöchentlich bei Zahlung eines Zuschusses für bestimmte Beschäftigte wie Eltern oder pflegende Angehörige.

Diesen Lohnausgleich lehnen die Arbeitgeber kategorisch ab. Sie fordern stattdessen eine Flexibilisierung der Arbeitszeit: In den Betrieben sollen mehr Beschäftigte länger als 35 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Bisher erlaubt der Tarifvertrag dies höchstens für 18 Prozent der Belegschaft.

Ende des Jahres endet die Friedenspflicht, ab dann sind Warnstreiks möglich. Sollte es bei der dritten Verhandlungsrunde im Januar keine Fortschritte geben, könnte die Gewerkschaft zu einem neuen Instrument greifen: dem Warnstreik über 24 Stunden. Bislang waren Warnstreiks immer nur einige Stunden lang.