IG Metall fordert Ende der "Machtkämpfe" bei Stahlkonzern ThyssenKrupp

Die Gewerkschaft IG Metall hat ein Ende der "Machtkämpfe" beim Stahlkonzern ThyssenKrupp gefordert

Die Gewerkschaft IG Metall hat ein Ende der "Machtkämpfe" beim Stahlkonzern ThyssenKrupp gefordert. Es könne nicht sein, dass es in dem Konzern "um Macht und Interessen von Einzelnen geht", sagte Markus Grolm, stellvertretender Chefaufseher des Konzerns für die IG Metall, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag. ThyssenKrupp sei schließlich Existenzgrundlage für 160.000 Beschäftigte.

Die Gewerkschaft bezog sich zum einen auf Forderungen des ThyssenKrupp-Großaktionärs Cevian aus Schweden nach einer Aufspaltung des Konzerns und zum anderen auf die Differenzen rund um die Abspaltung der Stahlsparte. ThyssenKrupp will seine Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel zusammenschließen. Arbeitnehmervertreter und Beschäftigte werfen dem Stahlriesen vor, die Fusion über die Köpfe der Arbeitnehmer hinweg zu betreiben.

ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatte erst kürzlich eine Aufspaltung des Industriekonzerns abgelehnt. "Eine Zerschlagung des Konzerns ist überhaupt kein Thema", sagte er dem "Handelsblatt". Der Aufsichtsrat habe 2014 diese Frage diskutiert: "Das Ergebnis war, dass die einzelnen Bereiche zukunftsfähig und unter der Dachmarke ThyssenKrupp synergiestiftend und damit stärker sind", sagte Lehner. Beim Stahl habe es hingegen Handlungsbedarf gegeben, das werde mit der Fusion mit Tata angegangen.

Aufsichtsratsvize Grolms nannte den neuen Konflikt zwischen Cevian und dem Vorstand ein "Schmierentheater" und beklagte vor diesem Hintergrund das Schweigen der Krupp-Stiftung, der größten Anteilseignerin. "Die Stiftung muss sich endlich einmischen", forderte er in der "WAZ".

Die Linke forderte mehr Mitbestimmungsrechte für die Beschäftigten bei wirtschaftlichen Fragen. Betriebsräte müssten "zwingende Mitbestimmungsrechte bei Fusionen und Umstrukturierungen erhalten", sagte die Abgeordnete Jutta Krellmann am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das garantiere nachhaltiges Wirtschaften im Sinne der Beschäftigten, fügte sie hinzu.