IG Metall droht Siemens bei Kündigungen Widerstand an

IG Metall kündigt Widerstand gegen Siemens an

Die Gewerkschaft IG Metall droht mit Widerstand, sollte es in der Kraftwerkssparte von Siemens im Zuge des geplanten Stellenabbaus zu betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen kommen. "Dazu könnte auch die Verweigerung von Mehrarbeit und Sonderschichten über einen längeren Zeitraum gehören", sagte IG-Metall-Vorstand und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner am Mittwoch der "Wirtschaftswoche".

Kerner beruft sich bei seiner Ankündigung auf den Standortsicherungs- und Beschäftigungspakt Radolfzell II, den Siemens 2008 mit seinen Arbeitnehmern geschlossen hat. Das Abkommen schließt betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich aus, es sei denn der Konzern befindet sich in einer "existenzbedrohenden Krise". "Dem Unternehmen geht es insgesamt aber gut", sagte Kerner.

Der Technologiekonzern will trotz glänzender Geschäftszahlen massive Stellenstreichungen vor allem im Kraftwerksgeschäft vornehmen. Siemens-Chef Joe Kaeser begründete dies mit der "Gesamtverantwortung für das Unternehmen". Den von Stellenstreichungen bedrohten Mitarbeitern stellte er eine Weiterbeschäftigung in anderen Konzernbereichen in Aussicht.

Siemens machte zunächst keine genauen Angaben, wieviele Beschäftigte betroffen sind und ob es zu den vor allem in Ostdeutschland befürchteten Werksschließungen kommen wird. Details sollen nach einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstag zunächst den Beschäftigten und dann der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden.