IG-Metall-Chef Hofmann kritisiert Metall-Arbeitgeber scharf

Vor den anstehenden Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann die Arbeitgeber scharf kritisiert. Er bezog sich auf ein Gutachten der Arbeitgeberverbände zur reduzierten Wochenarbeitszeit

Vor den anstehenden Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann die Arbeitgeber scharf kritisiert. Er bezog sich im Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag auf ein Gutachten der Arbeitgeberverbände zur reduzierten Wochenarbeitszeit. Dieses lege ein "Familienmodell aus dem letzten Jahrtausend zugrunde", sagte Hofmann. "Der Mann geht arbeiten, die Frau kümmert sich um die Kinder."

Außerdem stelle das Gutachten "die Tarifautonomie infrage, indem es Arbeitskampfmaßnahmen als rechtswidrig brandmarkt", sagte der IG-Metall-Chef weiter. Das sei falsch und vergifte das Verhandlungsklima. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das die von der IG Metall geforderten Regelungen zur Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich als rechtswidrig und einen Streik zur Durchsetzung dieser Forderung als illegal eingestuft hatte.

Die IG Metall will ab Montag mit bundesweiten Warnstreiks in der Branche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die IG Metall fordert neben sechs Prozent mehr Lohn vor allem die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden wöchentlich. Die Arbeitgeber lehnen das vehement ab.

Hofmann sagte dem RND, er hoffe noch auf eine Einigung. Er forderte den Arbeitgeberverband Gesamtmetall angesichts des Gutachtens auf, "dieses peinliche Manöver einzustampfen".