IG Metall-Chef: Arbeitgeber müssen dauerhafte Lohnerhöhung anbieten

FRANKFURT (dpa-AFX) -Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat IG-Metall-Chef Jörg Hofmann die Arbeitgeber aufgefordert, dauerhafte Lohnerhöhungen anzubieten. Ihr Angebot vom Donnerstag gehe nicht auf die gewerkschaftliche Forderung ein, sagte Hofmann am Freitag dem "Handelsblatt". "Es ist weiter unklar, wie die Entgelte der Beschäftigten nachhaltig erhöht werden sollen", stellte der Gewerkschafter fest.

Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag eine Einmalzahlung von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Gewerkschaft verlangt für einen Zeitraum von zwölf Monaten 8 Prozent mehr Geld und hat zu Warnstreiks ab Samstag aufgerufen.

Für die unteren Lohngruppen entspräche die Einmalzahlung ziemlich genau den geforderten acht Prozent, meinte Hofmann. "Auf zwölf Monate wäre das also schon eine gute Geschichte, wenn es das jedes Jahr gäbe. Aber auf 30 Monate verteilt und ohne dauerhafte Wirkung, entpuppt sich die Zahl als Scheinriese." Leider gelte das nicht für die Teuerungen, unter denen die Haushalte litten. "Wir brauchen daher eine Erhöhung der Entgelte, die bleibt".

Der Gewerkschaftschef ließ erkennen, dass zunächst bis zur vierten Verhandlungsrunde, die am 8. November in Bayern und Baden-Württemberg beginnt, nur kürzere Warnstreiks von einigen Stunden geplant sind. Danach werde die IG Metall entscheiden, wie es weitergeht. "Wir können dann zu 24-Stunden-Warnstreiks aufrufen oder in einzelnen Bezirken auch zu einer Urabstimmung in der Fläche." In beiden Fällen müsste die Gewerkschaft laut Satzung den Streikenden die Lohnausfälle per Streikgeld ersetzen.

Der Erste Vorsitzende von Deutschlands mächtigster Gewerkschaft mahnte zudem Tempo bei der von der Bundesregierung geplanten Energiepreisentlastung an. "Wenn es nicht gelingt, die Gas- und Strompreisbremse vorzuziehen - so wie es Olaf Scholz angedeutet hat - dann brauchen wir neben der jetzt vorgesehenen Dezember-Abschlagszahlung weitere Entlastungen der Verbraucher und Unternehmen für Januar und Februar", sagte Hofmann.