IG-Metall-Bezirke pochen auf bessere Arbeitszeiten

Flexiblere Arbeitszeiten und eine deutliche Lohnerhöhung - mit diesen Forderungen will die IG Metall in die nächste Tarifrunde gehen. Für die Beschäftigten die Möglichkeit geben, die Arbeitszeit auf 28 Stunden pro Woche zu reduzieren

Flexiblere Arbeitszeiten und eine deutliche Lohnerhöhung - mit diesen Forderungen will die IG Metall in die nächste Tarifrunde gehen. Mehrere regionale Tarifkommissionen empfahlen dem Bundesvorstand der Gewerkschaft am Donnerstag, von den Arbeitgebern eine Lohnerhöhung um sechs Prozent zu fordern. Außerdem soll es für die Beschäftigten die Möglichkeit geben, die Arbeitszeit vorübergehend auf 28 Stunden pro Woche zu reduzieren.

"Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zum Leben passen", erklärte Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall für NRW. Deshalb sollen alle Beschäftigten ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von zwei Jahren reduzieren können - insbesondere diejenigen, die im Schichtdienst arbeiten, ihre Kinder betreuen oder Angehörige pflegen.

In diesen Fällen fordern die Gewerkschafter zudem einen "Entgeltausgleich" durch die Arbeitgeber. "Kinderbetreuung und Pflege sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben", erklärte Giesler. Daran müsse sich der Arbeitgeber beteiligen. Dies sei "eine Frage der Gerechtigkeit".

Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Arndt Kirchhoff, wies diese Forderung zurück. Diese sei "ungerecht gegenüber jenen Arbeitnehmern, die nicht in den Genuss dieses Privilegs kommen würden". Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie kritisierte, die Forderung bedeute, "dass alle Beschäftigten die Freizeitwünsche Einzelner mitbezahlen".

Die baden-württembergischen Metallarbeitgeber bezeichneten die Forderungsempfehlung als "äußerst schwere Hypothek" für die kommende Tarifrunde. "Die Forderung nach sechs Prozent mehr Geld ist völlig überzogen, und auch die alimentierte Arbeitszeitverkürzung für große Teile der Belegschaften wäre ein extremer Kostentreiber", hieß es.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erklärte hingegen, es sei "gut", dass die IG Metall das Thema Arbeitszeit zu einem zentralen Punkt in der anstehenden Tarifrunde machen wolle. Immer mehr Menschen wünschten sich, ihre Arbeitszeit "selbstbestimmt flexibler gestalten" zu können.

Bundesweit diskutierten am Donnerstag die regionalen Tarifkommissionen der IG Metall über ihre Forderungen. Auf Grundlage dieser regionalen Debatten gibt der Vorstand der IG Metall im Oktober seine Forderungsempfehlung für die nächste Tarifrunde ab.