IG Metall Bayern verteidigt Forderung nach Sechs-Prozent-Plus

dpa-AFX

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die bayerische IG Metall hat ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn verteidigt. "Wir haben eine gute bis sehr gute ökonomische Situation. Die wirtschaftliche Lage in Bayern ist noch besser als in Deutschland", sagte Landesbezirkschef Jürgen Wechsler am Donnerstag in Nürnberg.

Viele Gewerkschaftsmitglieder in Bayern hätten sich eine noch höhere Forderung gewünscht. Es sei jedoch "eine tragfähige Forderung mit Augenmaß" für ganz Deutschland nötig. Der private Konsum trage die Hälfte des Wirtschaftswachstums. "Gute Lohnsteigerungen fördern also das Wachstum", sagte Wechsler.

Die erste Verhandlung in Bayern findet am 16. November in Schweinfurt statt. Von Januar an sind Warnstreiks möglich. Von den 835 000 Beschäftigten in der Branche im Freistaat arbeiten 475 000 in tarifgebundenen Betrieben.

Die IG Metall will zudem erreichen, dass Beschäftigte ihre Wochenarbeitszeit ohne vollen Lohnausgleich von 35 auf 28 Stunden reduzieren dürfen. Dies diene der Fachkräftesicherung, sagte Wechsler. "Wenn die Menschen Familie und Arbeit besser vereinbaren können, können auch mehr von ihnen arbeiten, vor allem Frauen."

Dem widersprach der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie. "Der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit Teillohnausgleich verkürzt die Kapazitäten zusätzlich um über 33 000 Stellen. Das wird nicht ersetzbar sein", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Arbeitgeber wiesen auch die anderen Forderungen der IG Metall als völlig überzogen zurück.