Ifo-Institut: Unternehmen bereiten sich auf Entlassungen vor

Gerüstbauer errichten in Hamburg auf einer Brückenbaustelle in der Hafencity ein Gerüst.

Vor der Corona-Krise zeigte sich der deutsche Arbeitsmarkt robust. Doch als Folge der Corona-Pandemie rechnet das Münchener Forschungsinstituts ifo mit einer Steigerung der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

München (dpa) - Dem deutschen Arbeitsmarkt droht in der Corona-Krise nach Einschätzung des Ifo-Instituts nach der Kurzarbeit auch ein Stellenabbau.

«Die Personalabteilungen der deutschen Unternehmen bereiten sich auf Entlassungen vor», fasste das Münchener Forschungsinstitut das Ergebnis einer Umfrage zusammen. Das anhand der Erhebung ermittelte Ifo-Beschäftigungsbarometer sei im April auf ein Rekordtief von 86,3 Punkten abgestürzt, von 93,4 Punkten im März. Auch der Rückgang des Indexwertes war der stärkste, der vom Ifo-Institut jemals ermittelt wurde.

«Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird daher steigen», lautet die Schlussfolgerung der Wirtschaftsforscher. Die Entwicklung dürfte alle Bereiche der deutschen Wirtschaft betreffen. Demnach sollte es auch im Dienstleistungssektor erstmals seit der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 wieder zu Entlassungen kommen.

In der Industrie erwarten die Forscher, dass sich der Trend rückläufiger Mitarbeiterzahlen, der bereits vor der Corona-Krise eingesetzt habe, verstärkt fortsetzen werde. Auch im Handel dürfte die Zahl der Mitarbeiter sinken, wobei die Ifo-Forscher die Supermärkte als einzige Ausnahme bezeichneten. «Auch der zuletzt boomende Bausektor kann sich der negativen Beschäftigungsdynamik nicht mehr entziehen», hieß es weiter in der Mitteilung.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer basiert auf etwa 9000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, der Baubranche, des Groß- und Einzelhandels sowie des Dienstleistungssektors.

Der deutsche Arbeitsmarkt hatte sich vor der Corona-Krise robust gezeigt. In den Jahren seit 2010 war die Arbeitslosenquote in der Tendenz gefallen. In diesem Zeitraum hat sich die Quote von etwa 8 Prozent auf zuletzt 5,1 Prozent im März verringert.