Ifo-Institut drängt EZB zu Zeichen für Auslaufen der Anleihekäufe

EZB-Präsident Draghi

Vor der EZB-Ratssitzung hat sich der Präsident des Münchner Ifo-Instituts für ein Auslaufen der Anleihekäufe durch die Notenbank ausgesprochen. "Angesichts der aktuellen Daten zur Inflationsentwicklung in der Eurozone spricht immer mehr für einen Einstieg in den Ausstieg", erklärte Clemens Fuest am Donnerstagmorgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse daher auf ihrer am Donnerstag anstehenden Ratssitzung "ein entsprechendes Signal senden, damit sich die Finanzmärkte darauf einstellen können".

Der Rat der EZB berät am Donnerstag in Frankfurt am Main über die Geldpolitik für die Eurozone. Experten gehen davon aus, dass die EZB weiterhin an ihrer Niedrigzinspolitik und dem Anleihekaufprogramm festhält. Allerdings sind die Erwartungen hoch, dass EZB-Präsident Mario Draghi zumindest einen Hinweis auf einen baldigen Kurswechsel erkennen lässt. Die Inflation in der Eurozone war im August wieder angestiegen und lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 1,5 Prozent.

Fuest erklärte dazu, ein solches Zeichen könne die Ankündigung eines schrittweisen Abbaus der Käufe ab Januar 2018 sein - "unter der Bedingung, dass die Inflationsentwicklung sich nicht wieder dreht". Die EZB hatte den zentralen Zinssatz im März 2016 auf den historisch niedrigen Wert von 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln. Wegen der gestiegenen Inflation steht sie aber zunehmend unter Druck, von dieser lockeren Geldpolitik abzurücken.