Identitätsdiebstahl: Sicherheitsfirma-Chef ist vorübergehend Pleite

Felix Knoke
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Der Geschäftsführer von Securitas AB, dem größten Sicherheitsunternehmen Schwedens, ist Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden. Es ist unklar, ob das ein hämischer Angriff war, aber die Umstände sprechen dafür: Der Identitätsdieb eröffnete erst im Namen des Geschäftsführers einen Kredit und erklärte dann für ihn den Bankrott.

Obwohl seine Unterschrift nichts mit der Originalunterschrift zu tun hatte, akzeptierte ein Gericht die Bankrotterklärung im März - wovon das Opfer erst letzte Woche erfuhr. Da war er bereits aus zwei Firmenvorständen geflogen.

Der Securitas-AB-Geschäftsführer ging sofort in Berufung und bekam Recht. Sein Leumund ist damit wiederhergestellt und auch die Firmen, die ihn zuvor rauswarfen, strengen eine Wiederaufnahme in den Vorstand an.

Aber die schlechte PR für Securitas AB wird bleiben - oder wird die Episode dem Unternehmen sogar helfen? Das hochdigitalisierte Schweden leidet unter einer Epidemie von Identitätsdiebstahl. Allein im ersten Halbjahr 2017 wurden 12.800 Fälle polizeilich bekannt. Wenn sogar ein Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma Opfer eines Identitätsdiebstahls wird, dann verschärft das das Unsicherheitsgefühl - gut für eine Sicherheitsfirma mit Erfahrung...

Bloomberg