Bei British Airways läuft es trotz Brexit rund

Solide, wie erwartet – so könnte man die aktuellen Geschäftszahlen der Airline-Holding IAG mit ihren Marken British Airways, Iberia, Aer Lingus, und Vueling beschreiben. Der Umsatz legte laut den am Freitagvormittag vorgelegten Zahlen für 2017 um 1,8 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu.

Der Gewinn nach Steuern wuchs um 3,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro: Allerdings sind hier Sonderbelastungen wie etwa die Kosten für einen Abbau von Stellen bei Iberia und British Airways enthalten. Das operative Ergebnis stieg deutlich um 9,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Es läuft also rund bei einer der größten europäischen Fluggesellschaften.

Sogar überraschend rund, wenn man den Blick auf einzelne Märkte richtet. Denn da ist ja noch der heiß diskutierte Brexit. Abgesehen von der nach wie vor der ungeklärten Frage, welche Folgen ein EU-Ausstritt Großbritanniens etwa für die europäischen Verkehrsrechte der IAG haben wird, sorgt das Thema auch auf Kundenseite für große Verunsicherung.


Doch noch ist davon kaum etwas zu spüren. So berichtet der aktuelle Interimsreport, dass der in Großbritannien erzielte Umsatz nur marginal von 7,9 auf 7,7 Milliarden Euro gefallen ist.

Dabei dürfte allerdings auch ein besonderer Faktor eine Rolle gespielt haben: die Pleite der britischen Airline Monarch. Sie hatte den Betrieb Anfang Oktober vergangenen Jahres eingestellt. Viele Passagiere mussten sich umorientieren. Wie groß der Effekt auf das IAG-Zahlenwerk tatsächlich ist, ist nicht bekannt.

Neben diesen „nationalen“ Effekten profitierte IAG wie alle Airlines im vergangenen Jahr vom niedrigen Ölpreis. So weist der Finanzbericht einen um 5,4 Prozent gesunkenen Aufwand für Treibstoff und Emissionsrechte aus. Gleichzeitig stiegen die Durchschnittserlöse. Der Umsatz pro angebotenem Sitz und geflogenem Kilometer legte währungsbereinigt um 1,5 Prozent zu. Das deckt sich mit Aussagen anderer Airline-Manager, die davon berichten, dass im vergangenen Jahr wegen der großen Nachfrage etwas höhere Ticketpreise durchsetzbar waren.

Was nicht so recht ins Bild passt sind die so genannten Stückkosten, also der Aufwand pro angebotenem Sitzplatz und geflogenem Kilometer. Dieser Wert legte währungsbereinigt um 2,7 Prozent zu. Das ist mehr, als die meisten Analysten erwartet hatten. „Die Stückkosten-Performance ist enttäuschend“, schreibt Daniel Roeska von Bernstein.


Doch das trübt das insgesamt positive Gesamtbild kaum. Die IAG-Aktie legte am Vormittag fast zwei Prozent zu. Das dürfte nicht zuletzt an zwei sehr aktionärsfreundlichen Entscheidungen liegen. IAG-Chef Willie Walsh will nicht nur für 2017 eine um 15 Prozent auf 27 Cent gestiegene Dividende ausschütten. Er kündigte zudem einen Aktienrückkauf im Volumen von 500 Millionen Euro an.

Da ist dann auch zu verkraften, dass im laufenden Jahr ein paar Herausforderungen auf die IAG warten. Eine ist der seit Jahresbeginn steigende Ölpreis. IAG hat dafür schon mal 500 Millionen Euro zusätzliche Kerosin-Kosten in die Prognose eingerechnet. Dennoch soll das operative Ergebnis im laufenden Jahr erneut steigen. Details nennt IAG aber nicht.