IAEA hat Fragen zu verschwundenen Kamera-Aufzeichnungen im Iran

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WIEN (dpa-AFX) - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat Fragen zu angeblich nicht auffindbaren Aufzeichnungen einer Überwachungskamera im Iran. Teheran habe noch keine überzeugende Erklärung zu der Kamera in einer Werkstatt für Nukleartechnologie geliefert, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Freitag in Wien. "Wir haben Zweifel", sagte er während einer Pressekonferenz. "Ich hoffe, dass sie bald eine Antwort liefern, denn das Verschwinden (der Aufzeichnungen, Anm.) ist sehr seltsam."

In der Werkstatt in Karadsch westlich von Teheran werden moderne Zentrifugen zur Anreicherung von Uran hergestellt. Die Technologie ist sowohl für Atomreaktoren als auch für Atomwaffen relevant. Im Juni gab der Iran bekannt, dass die Anlage Ziel eines Sabotageakts geworden sei, und machte seinen Erzfeind Israel verantwortlich.

Am Mittwoch gab die IAEA bekannt, dass sie erstmals seit Monaten ihre Kameras in Karadsch warten und austauschen darf. Zu den verschwundenen Daten einer Kamera, die bei dem Zwischenfall zerstört wurde, gab es jedoch keine Einigung mit Teheran. Außerdem dürfen viele laufende IAEA-Aufzeichnungen im Iran von der Atomenergiebehörde nicht eingesehen werden, solange keine diplomatische Lösung zur Wiederherstellung des Atompaktes von 2015 erzielt wird.

Seit Ende November verhandeln Diplomaten aus Teheran und Washington in Wien wieder über das Abkommen, das die Entwicklung von iranischen Atomwaffen verhindern soll. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China vermitteln zwischen beiden Seiten, um die Aufhebung von US-Sanktionen und die Einschränkung des iranischen Atomprogrammes zu erreichen. Es wird erwartet, dass die Gespräche nach dem Freitag für die Feiertage unterbrochen werden.

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