IAEA: Atominspektoren im Iran 'exzessiven' Kontrollen ausgesetzt

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WIEN (dpa-AFX) - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) klagt über massive Einschränkungen ihrer Arbeit im Iran. IAEA-Inspektoren seien seit Monaten "exzessiv zudringlichen körpernahen Durchsuchungen durch Sicherheitskräfte" ausgesetzt, schrieb der IAEA-Chef Rafael Grossi am Mittwoch in seinem jüngsten Quartalsbericht über das iranische Atomprogramm.

Außerdem listete er eine lange Reihe von Bereichen auf, zu denen die Inspektoren keinen Zugang mehr bekommen. Laut dem Bericht hat Teheran zudem eine Übereinkunft zur Überwachung einer Werkstatt für Uran-Zentrifugen gebrochen.

Laut dem Atomabkommen von 2015 darf der Iran nur eine begrenzte Anzahl Zentrifugen einsetzen, um Uran für Atomreaktoren anzureichern. Derzeit besitzt das Land knapp 2500 Kilogramm angereichertes Uran. Das ist rund acht Mal so viel wie das Abkommen erlaubt, aber kaum mehr als im vorigen Quartalsbericht von Anfang September. Allerdings stieg die Menge an hoch angereichertem Uran, das relativ schnell zu waffenfähigem Material für Atomsprengköpfe gemacht werden könnte, um weitere 7,7 Kilogramm auf 17,7 Kilogramm.

Grossi bestätigte in dem Bericht, dass eine weitere Reise nach Teheran bevorstehe, um Streitfragen zu klären. Laut iranischen Medien soll der Besuch Anfang kommender Woche stattfinden.

Die Zusammenarbeit mit der IAEA ist für Teheran ein Druckmittel in den Verhandlungen über die Rettung seines Atomabkommens mit den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China, das von den UN übernommen worden war. Nach mehrmonatiger Pause sollen die Gespräche Ende November in Wien weitergehen.

Das Abkommen soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern, ohne ihm die zivile Nutzung der Kernkraft zu untersagen. Es ist faktisch außer Kraft gesetzt, seit die USA 2018 ausgestiegen sind und neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft verhängt haben. Die US-Sanktionsdrohungen hindern unter anderem auch Unternehmen aus Europa an normalen Geschäften mit dem Iran. Nach einer Wartezeit von einem Jahr hat daher auch Teheran schrittweise die ihm im Abkommen auferlegten Beschränkungen nicht mehr eingehalten. Als Bedingung für eine Rückkehr zu den Vereinbarungen fordert Teheran das Ende der US-Sanktionen. Washington will zuvor aber Zugeständnisse vom Iran.

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