IAB: Geflüchtete Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer

·Lesedauer: 1 Min.

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Bei der Integration Geflüchteter auf dem Arbeitsmarkt herrscht weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen Männern und Frauen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Fünf Jahre nach der Ankunft in Deutschland seien 60 Prozent der geflüchteten Männer, aber nur 28 Prozent der Frauen erwerbstätig, fanden die Nürnberger Wissenschaftler heraus.

Grund sei vor allem, dass Frauen in Flüchtlingsfamilien häufig für die Betreuung der Kinder verantwortlich seien. Bei geflüchteten Frauen leben den Angaben zufolge mehr als doppelt so häufig Kinder im Haushalt wie bei geflüchteten Männern. Frauen mit Kindern unter drei Jahren hätten eine um 11 Prozentpunkte geringere Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein als Frauen ohne Kinder.

Ferner seien Frauen in ihren Herkunftsländern häufig in Berufen mit Kontakt zu anderen Menschen tätig gewesen - etwa als Lehrerinnen oder im Gesundheitssektor. Um dies in Deutschland zu ermöglichen, seien vor allem Sprachkenntnisse nötig.

Für die IAB-Studie in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wurden in den Jahren 2016 bis 2019 rund 4000 Geflüchtete befragt, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen waren.