Hyundai vor Härtetest: Endlich erstes Finnland-Podium?

Hyundai geht mit reichlich Rückenwind zur großen Aufgabe in Finnland


Mit mehr Rückenwind kann man die große Herausforderung kaum in Angriff nehmen. Nach den Plätzen eins, zwei und vier bei der Rallye Polen 2017 wagt sich Hyundai auf das bislang schwierigste Terrain für das Team aus Alzenau: Bei der Rallye Finnland ist in allen vier Jahren seit dem Comeback noch kein einziges Podium herausgesprungen. Doch das dürfte, ja, sollte sich diese Saison ändern. Thierry Neuville, Hayden Paddon und Dani Sordo sind hochmotiviert, diesen weißen Fleck von der Landkarte zu tilgen.

Dabei darf es nach der starken Vorstellung in Osteuropa nicht zu Nachlässigkeiten kommen. "Polen war ein fantastisches Resultat für alle im Team. Aber wir uns bewusst, dass die Arbeit damit nicht aufhört", sagt Teamchef Michel Nandan. "Wir müssen unsere Konzentration hochhalten, wenn wir im WM-Kampf bleiben wollen." Thierry Neuville hat in der Fahrerwertung den Vorsprung von Sebastien Ogier auf zehn Punkte verkürzt, in der Herstellerwertung hat M-Sport noch die Nase mit 22 Punkten Vorsprung vorn.

"Wir hoffen, dass wir unsere hervorragende Performance in Polen als Katalysator für weitere Erfolge nutzen können", hofft der Sieger aus Polen, der 2013 in Finnland bereits Zweiter war. "Das Auto sieht sehr stark aus. Mit zwei Siegen auf Schotter in dieser Saison hat es gezeigt, wie konkurrenzfähig es ist. Wir wissen, dass Finnland eine schwierige Rallye ist und man nur minimalen Spielraum für Fehler hat. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir hier weiter um die Weltmeisterschaft kämpfen können."

Hayden Paddon machte als Zweiter in Polen den Doppelerfolg für den koreanischen Hersteller perfekt. Der Neuseeländer ist noch immer auf der Jagd nach seinem zweiten Karrieresieg nach Argentinien 2016. "Finnland ist auf jeden Fall eine Rallye, die ich genieße", grinst Paddon. Die schnellen Schotterstraßen erinnern an seine Heimat. "Wir wissen, wie schwierig dieses Event mit seinen hohen Geschwindigkeiten und den schwierigen Sprüngen sein kann, aber ich habe das jetzt schon achtmal gemacht. Bei dieser Rallye fühle ich mich zu Hause." Bisher kam er in Finnland nicht über Rang fünf hinaus.

Dani Sordo war zu seinen Citroen-Zeiten immerhin zweimal Vierter in Jyväskylä, gilt aber nicht unbedingt als Finnland-Spezialist. Umso erstaunlicher war der vierte Platz zuletzt bei der Rallye Polen, die ebenfalls sehr schnell ist. Das ist ein Motivator für den 34-jährigen Spanier: "Nachdem wir in Polen dem Podium so nahe gekommen sind, hoffen wir, dass wir in Finnland ein Top-3-Resultat holen können! Wir hatten bislang eine gemischte Saison mit positiven Resultaten und einigen harten Momenten mit Problemen in aussichtsreicher Position. Deshalb wollen wir die zweite Saisonhälfte jetzt positiv abschließen."

Da sich der Hyundai i20 WRC bislang als hervorragender Allrounder erwiesen hat, gehört die Mannschaft in hellblau auch in Finnland zu den Topfavoriten. Doch die Konkurrenz ist groß: M-Sport sinnt auf Revanche für den verlorenen Sieg bei der Rallye Polen. Gleichzeitig wollen bei Toyota zwei Finnen die Ehre der Skandinavier im hohen Norden wiederherstellen. Und Citroen-Rückkehrer Kris Meeke hat 2016 die Rallye Finnland gewonnen. "Wir wissen zu gut, dass wir starke Konkurrenz an diesem Wochenende haben werden", warnt Nandan.

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