Hyundai Grandeur Heritage Series: So mutiert die biedere 80er-Jahre-Limousine zu einem futuristisch coolen E-Auto

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Ein Chrom-Kühlergrill, LED-Scheinwerfer, sowie andere Leisten und Radkappen sorgen für einen modernen Touch.
Ein Chrom-Kühlergrill, LED-Scheinwerfer, sowie andere Leisten und Radkappen sorgen für einen modernen Touch.

Wenn man an einen Autobauer mit einer reichen Historie denkt, kommt man nicht unbedingt auf Hyundai. Schließlich erschien der in Eigenregie entwickelte und Pony genannte Erstling der Südkoreaners "erst" 1975. Heutzutage ist die Hyundai Motors Company sowohl technisch als auch optisch voll auf der Höhe der Zeit und mitunter sogar progressiver als die europäischen und japanischen Konkurrenten.

Der originale Grandeur war kein Kult-Auto

Doch bevor der ehemalige Audi-Designer Peter Schreyer ab 2006 die gestalterische Verantwortung der Kia- und später auch der Hyundai-Modelle übernahm, produzierten die Schwestermarken eher unspektakuläre Brot-und-Butter-Autos, die heutzutage kaum noch jemand kennt. Einer dieser Underdogs war von 1986 bis 1992 auch die erste Generation des Hyundai Grandeur, einer kantigen Oberklasse-Limousine, die auf dem Mitsubishi Debonair basierte und vor allem bei älteren Herrschaften beliebt war, denen die europäischen Konkurrenzmodelle schlichtweg zu teuer waren. Auch wenn sie nicht unbedingt ein großer Wurf war, ging sie als erster Oberklasse-Hyundai in die Geschichte ein.

Die markante Leuchtgrafik mit den LED-Quadraten findet sich auch bei den Rückleuchten wieder.
Die markante Leuchtgrafik mit den LED-Quadraten findet sich auch bei den Rückleuchten wieder.

Die konservative Limousine wird plötzlich cool

Hyundai hat auf seinen Social Media-Kanälen kürzlich Bilder eines "Restomods" veröffentlicht, welches die Coolness der braven Stufenheck-Limo immens steigert. Bei dem überarbeiten Grandeur handelt es sich um den zweiten Teil der "Heritage Series", die mit einem modernisiertem Pony gestartet wurde. Unter diesem Label interpretiert das hauseigene Designteam klassische Modelle des Autobauers so neu, dass sie auch in Zukunft noch zeitgemäß wären.

Der Reihenvierzylinder des Originals wurde daher durch einen Elektroantrieb ersetzt, zu dessen genauen Spezifikationen jedoch keine Angaben gemacht wurden. Das Auto wurde anlässlich des 35. Geburtstags des Grandeur bereits im Januar umgebaut und ziert seitdem eine Lounge im Hauptsitz des Konzerns in Seoul.

Statt der analogen Anzeigen des Originals bekommt die elektrische Neuinterpretation gleich zwei Touchscreens.
Statt der analogen Anzeigen des Originals bekommt die elektrische Neuinterpretation gleich zwei Touchscreens.

Das Interieur ist das Highlight der Studie

Von außen sorgen neue Scheinwerfer mit winzigen quadratischen LED-Elementen und ähnlich aufgebaute Rückleuchten für einen futuristischen Touch. So erinnert das Fahrzeug nicht nur etwas an den aktuellen Ioniq 5, sondern auch an so manchen Science-Fiction-Film der Achtzigerjahre. Ein modifizierter Grill, kleinere Seitenspiegel und minimalistische Radkappen runden das Ganze ab.

Das eigentliche Highlight ist jedoch der Innenraum, der auch aus einem modernen E-Auto aus dem Jahre 2021 stammen könnte. Vor dem Fahrer baut sich wie beim Ioniq 5 eine Display-Wand auf, in dem Youngtimer wirkt das Ganze aber eine ganze Spur spektakulärer. Das Infotainment wird über einen weiteren, vertikal auf der Mittelkonsole angebrachten Touchscreen bedient. Hyundai hat aber gleichzeitig auch einige Elemente des Originals bewahrt, zum Beispiel den mechanisch betätigten Wahlhebel der Automatik, sowie das eigenwillige Einspeichen-Lenkrad.

Die kupferfarbene Ambiente-Beleuchtung und die Velour-Bezüge sorgen für eine besondere Atmosphäre.
Die kupferfarbene Ambiente-Beleuchtung und die Velour-Bezüge sorgen für eine besondere Atmosphäre.

Hyundai setzt auf klare Kanten statt Rundungen

Die Sitzbezüge sind auch bei dem Concept Car aus Velours. Der Werkstoff steht wie kein anderer für die Auto-Innenausstattungen der Achtziger. Das Gestühl an sich hat mit dem des Originals aber fast gar nichts mehr zu tun. Die mit Leder bezogenen Rückenlehnen sind geschnürt, weshalb sie etwas an ein Korsett erinnern. Eine kupferfarbene Ambientebeleuchtung rundet den retrofuturistischen Innenraum ab. An der Decke befinden sich ebenfalls sechs große Leuchteinheiten mit quadratischen LED-Elementen.

Auch wenn es sich beim Grandeur Heritage Series um ein Einzelstück handeln dürfte, hat er eins gezeigt: Eckige Autos sind cool. Während viele andere Hersteller bei ihren E-Autos auf rundliche und eher brave Formen setzten, zeigen die Koreaner klare Kante. Dies beweist auch das Serienmodell Ioniq 5. Der modernisierte Grandeur macht auf jeden Fall Lust auf den nächsten Teil der Hyundais Heritage Series.

So etwas sieht man in einem Auto nicht alle Tage: Sitze im Korsett-Stil.
So etwas sieht man in einem Auto nicht alle Tage: Sitze im Korsett-Stil.
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