Hypercar oder LMDh? Peugeot will weiter 2022 in die WEC einsteigen


Kalender-Änderung, LMDh-Verspätung, Weltwirtschaftskrise: Trotz alledem gibt es von Peugeot weiter positive Signale hinsichtlich der Rückkehr in die Le-Mans-Szene. In einem Statement versichert PSA-Motorsportchef Jean-Marc Finot, dass das "Langstreckenprojekt vorwärts und in die richtige Richtung" gehe.

"Die gesamte Belegschaft hat zusammengehalten und ist motiviert geblieben. Forschung und Entwicklung schreiten dank der Möglichkeiten der PSA-Gruppe im Homeoffice weiter voran."

Das Ziel sei weiterhin, im Jahr 2022 anzutreten. Ursprünglich hätte dies bedeutet, zum Saisonstart 2022/23 dabei zu sein. Der wäre im späten August oder frühen September 2022 gewesen.

Weil die WEC im Zuge der Coronakrise den Winterkalender jedoch aufgehoben hat, müsste Peugeot nun bereits spätestens im März 2022 zu den 12 Stunden von Sebring bereit sein - ein halbes früher als angedacht. Allerdings hatte Peugeot schon vorher durchblicken lassen, dass einzelne Renneinsätze schon in der zweiten Hälfte der Saison 2021/22 möglich gewesen sein wären.

Pendel könnte in Richtung LMDh ausschlagen

Die Verzögerung bei der Bekanntgabe der LMDh-Regularien hat natürlich nicht geholfen. Peugeot ließ es bis zuletzt offen, ob man ein Hypercar (LMH) baut oder in die LMDh geht.

Präferenz war zunächst LMH, doch dann sprangen Rebellion und Oreca als Partner ab (Ersatz: Ligier). Und schließlich hat das Coronavirus SARS-CoV-2 die wahrscheinlich größte Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren ausgelöst, deren Folgen noch gar nicht absehbar sind.

In dieser Situation ist die kostengünstige LMDh tatsächlich eine Überlegung wert. Finot deutet das zwischen den Zahlen auch an: "Wir sind zufrieden mit der Bekanntgabe von ACO, IMSA und WEC, insbesondere was die Bestätigung einer Balance of Performance angeht, die beiden Kategorien ein einheitliches Spielfeld garantiert."

"Es ist von entscheidender Bedeutung, klare Regeln für Parameter wie Gewicht, Leistung und Aerodynamik zu haben. Das wurde erreicht. Wir haben die Evolution der LMDh-Regularien und deren Konvergenz mit der LMH mit großem Interesse verfolgt."

Keine technischen Exzesse mehr im Motorsport

"Nach der Krise wird der Motorsport eine größere soziale und umwelttechnische Verantwortung tragen und die Kosten werden deutlich niedriger sein. Attraktivität und Unterhaltung sollten Priorität genießen statt der unvernünftigen technologischen Entwicklungen, die wir gesehen haben."

Viel Zeit bleibt nicht mehr, zu entscheiden, welchen Weg man gehen soll. "Die letzten ökonomischen Zahlen sollten bald verfügbar sein, sodass wir eine vollständige Prüfung vornehmen können" sagt er. "Peugeot wird bald bekannt geben, in welcher Kategorie die Marke 2022 wieder im Langstreckensport vertreten sein wird."

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