Hurrikan-Saison 2018: Wirbelstürme könnten ähnlich heftig wie im Vorjahr ausfallen

Amerikaner müssen dieses Jahr mit gewaltigen Wirbelstürmen rechnen. (Bild: Getty Images)

Ein Jahrzehnt lang wurde die amerikanische Golf- und Ostküste von keinem „Major Hurricane“ getroffen. Doch 2017 gab es mit Harvey, Irma und Maria gleich drei schwere Wirbelstürme, die an den Küsten der USA und den nahe gelegenen Inseln enormen Schaden anrichteten. 2018 könnte sich das wiederholen.

Man muss nicht in Amerika leben, um zu verstehen, welchen Stellenwert die jährliche Prognose der kommenden Hurrikan-Saison in den USA hat. Im Gegensatz zum europäischen Festland wird der nordamerikanische Kontinent nämlich wesentlich häufiger von Naturkatastrophen dieser Art heimgesucht. Auch benachbarte Inselgruppen und -staaten wie die Dominikanische Republik oder die Antillen müssen wohl erneut mit ähnlich schweren Schäden wie im letzten Jahr rechnen.

Für die diesjährige Saison, die wie jedes Jahr vom 1. Juni bis 30. November geht, sieht es äußerst düster aus. Wie die Colorado State University am Donnerstag bekanntgab, könnte die bevorstehende Saison so verheerende Ausmaße annehmen wie 2017. 14 Stürme, davon sieben Hurrikane, hat das Tropical Meteorology Project der Universität vorausgesagt. Von diesen sieben Hurrikanen wiederum soll es sich bei dreien um besonders starke Wirbelstürme handeln.

Bei starken Wirbelstürmen beziehungsweise „Major Hurricanes“ handelt es sich um tropische Wirbelstürme der Kategorie 3 oder höher. Insgesamt gibt es fünf Stufen auf der Saffir-Simpson-Skala. Kategorie 3 sind Hurrikane mit einer Geschwindigkeit von bis zu 209 Kilometer pro Stunde, Kategorie 4 von bis zu 249 Kilometer pro Stunde und in Kategorie 5 fallen alle Hurrikan-Phänomene, die darüber liegen.

Hurrikan Harvey sorgte 2017 im Süden der USA, wie hier in Houston, für Überschwemmungen. (Bild: Getty Images)

Warum manche „Hurricane Seasons“ heftiger ausfallen als andere, stellt Wissenschaftler und Meteorologen vor ein Rätsel. So spricht man in den USA über die Zeit von 2006 bis 2016, in der keine „Major Hurricanes“ die Golf- oder Ostküste trafen, als „Hurricane Drought“, also einer Flaute in Sachen Wirbelstürme. Im August 2005 sorgte Hurrikan Katrina für eine der größten Naturkatastrophen in den USA. Im Oktober 2005 folgte „Major Hurricane“ Wilma. Erst im August 2017 gab es mit Harvey wieder einen Wirbelsturm dieser Kategorie. Die beiden Hurrikane Ike aus 2008 und Sandy aus 2012, die beide erheblichen Schaden anrichteten, fallen aus meteorologischer Sicht nicht in die Katgeorie der „Major Hurricanes“.

2018 könnte also wieder schweres Unwetter bevorstehen. Und die Namen für die Wirbelstürme stehen auch schon fest, unter anderem Alberto, Debby, Florence, Joyce, Oscar und Tony. Die Namen werden von Meteorologen schon vorab vergeben, um die Hurrikane auseinanderhalten zu können. Es existieren sechs Listen mit männlichen und weiblichen Namen, die sich alle sechs Jahre im Zyklus wiederholen. Die Namen aus dieser Saison kommen also erst wieder im Jahr 2024 zum Einsatz.