Griechische Feuerwehr dämmt Waldbrand nahe Athen ein

Der seit zwei Tagen nahe Athen wütende Waldbrand ist von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht worden. "Im Moment gibt es keine aktive Brand-Front. Das Feuer ist größtenteils zurückgegangen", sagte Feuerwehr-Sprecher Jiannis Artopios am Mittwoch. Zuvor waren nach Angaben von Katastrophenschutzminister Takis Theodorikakos fast 700 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden. Einige hätten sich jedoch geweigert, ihre Häuser zu verlassen, sagte Theodorikakos.

Der Brand war am Dienstag am Berg Penteli nördlich der griechischen Hauptstadt ausgebrochen, die Flammen bedrohten die Vororte Penteli, Pallini, Anthousa und Gerakas. Rund 500 Feuerwehrleute, 120 Löschfahrzeuge, neun Flugzeuge und zehn Hubschrauber waren bei der Bekämpfung des Feuers im Einsatz, die durch starke Winde erschwert wurde.

30 Menschen, darunter drei Feuerwehrleute, mussten nach Angaben der Rettungskräfte wegen Verbrennungen und Atemproblemen medizinisch versorgt werden. Zu den in der Hauptstadtregion vorsorglich evakuierten Gebäuden zählten neben Wohnhäusern eine Kinderklinik und das Nationale Observatorium.

Teile der Ringstraße um die Stadt wurden für den Verkehr gesperrt, wie der Betreiber im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Die Behörden riefen die Menschen auf, zu Hause zu bleiben und ihre Fenster geschlossen zu halten.

Mehrere Wohnhäuser wurden durch die Flammen mehr oder weniger stark beschädigt. Medienberichten zufolge tötete sich ein 84-jähriger Mann aus Verzweiflung selbst. "Die Glut ist vom Himmel gefallen, so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte ein älterer Bewohner des Vororts Anthousa dem Sender ERT.

Landesweit war die Feuerwehr wegen 117 Waldbränden im Einsatz. Auch auf der Halbinsel Peloponnes bekämpften 87 Feuerwehrleute einen Brand. In Megara westlich von Athen brach am Mittwoch ebenfalls ein Brand aus. Die griechische Regierung setzte eine Kriseneinheit ein und bat andere europäische Staaten um Hilfe. Rumänien entsandte Feuerwehrleute zur Unterstützung.

Griechenland ist bisher zwar von der extremen Hitzewelle verschont geblieben, die Westeuropa überrollt hat. Allerdings begünstigte starker Wind im Land die Feuer. Bei Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern wurde der Rauch des Brands bei Athen bis zur hunderte Kilometer weiter südlich gelegenen Insel Kreta getragen, wie auf Satellitenaufnahmen zu sehen war.

Im vergangenen Jahr hatten Waldbrände in Griechenland 103.000 Hektar Vegetation zerstört, drei Menschen kamen dabei ums Leben.

noe/kol

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