Hunderte weitere Kämpfer und ihre Angehörigen verlassen Ost-Ghuta

Konvoi bei Zwischenstopp in der Provinz Hama

Hunderte weitere syrische Rebellenkämpfer und ihre Angehörigen haben sich am Mittwoch auf den Abzug aus der umkämpften Enklave in Ost-Ghuta bei Damaskus vorbereitet. Rund 1500 Menschen, darunter 400 Kämpfer der islamistischen Rebellengruppe Fajlak al-Rahman, bestiegen Busse, die sie nach Idlib bringen sollten, wie das Staatsfernsehen meldete. Die Regierung zog derweil Truppen am Rande der Stadt Duma zusammen, die noch unter Kontrolle der Aufständischen steht.

Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" schrieb: "Alle Kräfte in Ost-Ghuta sind auf dem Weg nach Duma in Erwartung einer groß angelegten Militäroperation, die beginnen wird, sollten sich die Terroristen von Dschaisch al-Islam weigern, die Stadt aufzugeben und abzuziehen." Aus Verhandlungskreisen war zuvor verlautet, dass die Gespräche der Regierung mit der Gruppe über die Übergabe von Duma stockten.

Die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad und ihre russischen Verbündeten drohten bereits am Dienstag mit einer neuen Offensive, wenn Dschaisch al-Islam nicht abziehe. Die Gruppe hatte zuvor zugesagt, ihre schweren Waffen abzugeben und die Stationierung der russischen Militärpolizei zuzulassen, wenn ihre Kämpfer in Duma bleiben könnten und die Regierung die Strom- und Wasserversorgung wiederherstelle.

Aus informierten Kreisen hieß es, die Regierung sei aber nicht bereit, der Forderung der Rebellen nach einer Generalamnestie für alle Einwohner nachzukommen. Russland fordere nun den Abzug aller Kämpfer aus Duma. Vergangene Woche hatten bereits die Rebellengruppen Ahrar al-Scham und Fajlak al-Rahman ihren bedingungslosen Abzug aus den von ihnen kontrollierten Städten in Ost-Ghuta zustimmen müssen.

Ein Konvoi mit Kämpfern von Fajlak al-Rahman, der am Dienstagabend Ost-Ghuta verlassen hatte, traf am Mittwoch in Kalaat al-Madik ein, einem von den Rebellen kontrollierten Gebiet der Provinz Hama. Laut Staatsmedien waren 6432 Menschen an Bord der Busse. Sie sollten in die nordwestliche Provinz Idlib gebracht werden. Insgesamt verließen im Zuge der Evakuierungsaktion bereits über 23.000 Menschen Ost-Ghuta.

Weitere 128.000 Zivilisten sind auf eigene Faust in die Gebiete unter Kontrolle der Regierung geflohen. Ursprünglich lebten knapp 400.000 Menschen in der Rebellenenklave. In Duma befinden sich nach Angaben der Rebellen noch 200.000 Menschen. Am Mittwoch versammelten sich laut Einwohnern hunderte Menschen im Zentrum der Stadt, um Informationen über die Verhandlungen mit der Regierung zu fordern.