Hunderte weitere Kämpfer und ihre Angehörigen verlassen Ost-Ghuta

Syrische Kinder in einem Bus

In Syrien haben sich hunderte weitere Rebellenkämpfer und ihre Angehörigen am Freitag auf den Abzug aus der umkämpften Enklave Ost-Ghuta bei Damaskus vorbereitet. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte stiegen hunderte Menschen in Busse, die sie nach Idlib bringen sollten. Seit dem Beginn der Evakuierungsaktion vor einer Woche haben bereits 31.890 Menschen den von der Islamistengruppe Fajlak al-Rahman kontrollierten Süden von Ost-Ghuta verlassen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Die syrische Armee hatte Mitte Februar mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine groß angelegte Offensive auf Ost-Ghuta gestartet. Dabei eroberte sie inzwischen mehr als 90 Prozent des Gebiets an den Toren der Hauptstadt, das seit 2012 von zumeist islamistischen Rebellen kontrolliert wurde.

Neben Fajlak al-Rahman hatte sich auch die Rebellengruppe Ahrar al-Scham mit Russland darauf geeinigt, ihre Kämpfer aus der Rebellenenklave abzuziehen. Die Kämpfer werden mit ihren Angehörigen und anderen Zivilisten in die nordwestliche Provinz Idlib gebracht, die noch weitgehend unter Kontrolle der Rebellen steht. Sana zufolge haben im März insgesamt bereits 135.000 Menschen die Region verlassen.

Die Einnahme von Ost-Ghuta hat für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad wegen ihrer Nähe zu Damaskus besondere strategische und symbolische Bedeutung. Momentan entzieht sich nur noch das Gebiet um die von der Gruppe Dschaisch al-Islam kontrollierte Stadt Duma dem Zugriff der Regierungstruppen. Seit Tagen verhandelt Russland auch mit dieser Rebellengruppe über die Übergabe der Stadt.